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Orgelbau in der Auferstehungskirche / Informationsfahrt

Wie kommt eine sechsköpfige Delegation des Presbyteriums nach Frankfurt an der Oder? oder: Wie kommt die Auferstehungskirche zu einer neuen Orgel?

Angefangen hat alles vor langer Zeit. Schon als ich vor über einem Jahrzehnt in der Gemeinde anfing und sicherlich auch bereits davor war das Thema Orgel in vieler Munde und in den Gedanken als problematisches Thema präsent.

Von 1987 bis 1989 werden drei Gutachten - unter anderem vom Orgel- und Glockenamt der Landeskirche - erstellt, die allesamt einen Neubau empfehlen. Es folgen unzählige Gespräche über die neu zu bauende Orgel und deren Nutzungskonzept. Vorrang haben aber zunächst die Sanierung des Daches im gesamten Gemeindezentrum und die Rückführung des Gemeindeamtes in die 1. Etage. Auch an anderen Stellen fordern Baumaßnahmen Planungsenergie und nicht zuletzt Finanzen der Gemeinde.

Spätestens die Gemeindeversammlung am 24. Januar 1999 rückt das Problem Orgel wieder in den Mittelpunkt der Diskussion. Inzwischen sind unzählige Orgelbaufirmen erörtert große und kleine, im Norden und Süden und auch ausländische Firmen in den Nachbarländern.

Am 31. Januar 1999 wird der "Orgelbauverein Baudenkmal Auferstehungskirche" gegründet. Der Orgelbauausschuss als autorisiertes Gremium des Presbyteriums intensiviert seine Arbeit. Immer wieder drehen sich die Gespräche um die Fragen: "Welche Orgel soll gebaut werden? und: "Wer soll angefragt werden?". Bei der Fülle der deutschen und benachbarten Orgelbaufirmen ist das keine leichte Überlegung.

Erste Anfragen bei vier Firmen ergeben im September 2000 ein Kostenrahmen von ungefähr 1,7 bis 2 Millionen DM für den Neubau. Für diese Summe gilt es, einen Finanzierungsplan aufzustellen, die kirchenaufsichtlichen Genehmigungen einzuholen und Gespräche mit Vertretern des Gesamtverbandes der Düsseldorfer-Kirchengemeinden und dem Kreissynodalvorstand zu führen.

Wieder und wieder werden Orgelbaufirmen diskutiert; als die ersten ausführlichen Angebote und deren angefragte Varianten nicht den Vorstellungen (entweder inhaltlich musikalisch oder preislich) des Orgelbauausschusses entsprechen, entschließt sich die Gemeinde bei der Firma W. Sauer Orgelbau in Frankfurt (Oder) anzufragen.

Gleichzeitig wird eine Informationsreise, wie es bei Werkstatt und verschiedenen Orgeln anderer Firmen geschehen war, geplant. Erst für den 11. Mai 2001 gelingt es, alle Beteiligten unter einen Hut und die sechsköpfige Delegation der Gemeinde in zwei Autos zu bringen.

Zugegeben, die Fahrt war anstrengend, aber auch überaus lohnenswert. Am Freitag führt die Reise zunächst in den Berliner Dom. Dort ist die große Orgel, die im Krieg völlig zerstört worden war, von der Firma W. Sauer im alten Gehäuse von 1991 bis 1993 (IV Manuale und Pedal / 113 Register) neu gebaut worden. Am späten Nachmittag sind wir in der Konzerthalle in Frankfurt (Oder) zu Gast und erfahren dort, ähnlich wie in Berlin, viele Einzelheiten über die dort von der Firma W. Sauer 1975 gebauten Orgel (II / 50).

Am Samstag, dem 12. Mai 2001 erfolgt eine ausgedehnte Besichtigung des Werkes der Firma W. Sauer in Müllrose, einem Gewerbepark nahe Frankfurt (Oder). Erst 1990 hat die Firma ihre Produktion aus dem Zentrum Frankfurts in dieses lichte und geräumige Gebäude verlegt. Am Nachmittag geht es weiter nach Wittenberg zur Stadtkirche (Orgelbau 1983, III / 53) und, nach dem Hören und Schauen der Orgel, am Abend nach Weimar.

In Weimar erwartet uns am Sonntag ein festlicher Kantatengottesdienst und ein unendlich auskunftfreundlicher Organist in der Herder-Kirche (Orgelbau 1999/2000, III / 53). Leider hatten wir nicht damit gerechnet, dass auch am Sonntag Halteverbotsschilder auf ihre Einhaltung hin geprüft werden. So kommt, neben den vielfältigen Eindrücken der Orgel, auch ein Knöllchen ins Gepäck der Erfahrung. Schon fast auf der Rückfahrt ist die letzte Station der Reise die Konzerthalle in Halle (ehemalige St. Ulrichskirche, die Orgel wurde 1980 erbaut). Wie die bisher gehörten und gesehenen Orgeln ist auch diese mit ihren 53 Registern verteilt auf 3 Manuale und Pedal - einige meinten gerade diese - im Klang überzeugend. Etwas müde kommen wir spät abends wieder in Düsseldorf an. Es war nicht unsere erste Fahrt in Sachen Orgel, wohl aber waren wir überaus neugierig auf das ausführliche Angebot der Firma W. Sauer Orgelbau geworden.

Fazit der Reise: Die von uns besichtigten Orgeln wie auch die Werkstatt legen den Schluß nahe, dass die Firma W. Sauer Orgelbau sehr wohl in der Lage ist, ein für die Auferstehungskirche qualitativ gutes wie auch dem klanglichen Konzept adäquates Instrument bauen zu können.

So also kamen wir (Prof. Oskar Gottlieb Blarr, Michael Debrand-Passard, Wolfram Fürll, Herbert Hoffmann, Jobst Neuser und Rudolf Wehrmann) nach Frankfurt und so kommt möglicherweise eine Orgel von Frankfurt aus in die Auferstehungskirche.

Michael Debrand-Passard, Pfr.

P.S. Ausführliche Informationen über die Firma W. Sauer Orgelbau gibt es im Internet unter www.sauerorgelbau.de.

 

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Stand: 11. Juli 2007