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5.1.1.1 Orgelkunde
5.1.1.3 Bilder Orgelbau
5.1.1.4 Bilder Orgelbau in Oberkassel
Auf dieser Seite finden Sie einen Artikel von Orgelbaumeister Peter Fräßdorf zur Intonation der EUROPA-ORGEL. Dann folgen für die neue Orgel: die Abschnitte: 1. Einleitung  2. Disposition  3. Beschreibung.

Bilder von den Vorbereitungen des Orgelbaus in der Firma in Frankfurt (Oder) finden Sie hier: Bilder Orgelbau, die vom Bau in der Auferstehungskirche hier: Orgelbau und in einem zweiten Teil hier: Bilder Orgelbau Teil 2; die von den vorbereitenden Arbeiten an der Empore hier: Stahlkonstruktion.

Eine kleine Erläuterung vieler Fachbegriffe finden sie hier: Orgelkunde, eine Einführung in die Grundprinzipien über den Aufbau von Orgeln hier: Orgelkunde Teil 2.

Die Intonation der Orgel

Im Orgelbau wird die klangliche Gestaltung einer Orgel mit "Intonation" bezeichnet. Man versteht darunter das Einstimmen der Register untereinander mit Bezug auf die akustischen Verhältnisse des Raumes. Hinter der kurzgefassten Beschreibung zur Aufgabe der Intonation verbirgt sich jedoch ein komplizierter und in vollem Umfang auch schöpferischer Prozess.

Am Beispiel des Orgelneubaus in der Auferstehungskirche bekommen Sie nun einen kleinen Einblick in die Klanggestaltung der Orgel.

Mit der Auswahl der Register - Disposition - verbindet sich bereits eine klare Erwartung an die klangliche Leistungsfähigkeit und den musikalischen Möglichkeiten dieser Orgel.

Neben der Architektur, der technischen Konstruktion und der praktischen Fertigung werden die Mensuren (Gesamtheit der Abmessungen) für den Bau der Pfeifen entwickelt. 
Im Wesentlichen stützt sich dabei eine Orgelbaufirma auf Erfahrungen ihrer betriebstypischen Mensuren. Dennoch steht jedes Register individuell nach Funktion und der zu erfüllenden Aufgabe auf dem Prüfstand. Bereits der Arbeitstitel "EUROPA-ORGEL" und die innere Verbindung zu Felix Mendelssohn Bartholdy muss dabei als Herausforderung angesehen werden. Aber auch die gesamte uns überkommene Orgelliteratur soll überzeugend darzustellen sein.
Was bisher zunächst theoretisch bedacht und erarbeitet wurde, muss nun in die Praxis umgesetzt werden. Dazu gehört in erster Linie ein technisch funktionstüchtiges Instrument. Ventilgrößen, Windwege und Windmengen müssen ausreichend vorhanden sein. Weiterhin muss der Kirchenraum aus akustischen Gründen mit seinem kompletten Inventar zur Verfügung stehen. Selbst eine gleichmäßige Raumtemperatur ist notwendig. Und dann das Wichtigste: Ruhe, Ruhe und nochmals Ruhe.

Wir haben die Intonation der Orgel mit dem führenden Register im Hauptwerk, dem Principal 8` begonnen. Die Klangstärke war mit Blick auf die Gesamtklangkraft der Orgel und der Klangcharakter in Bezug auf die ihm umgebenden Register festzulegen. Zunächst wurde ein Probeakkord erarbeitet, der auch in den unterschiedlichsten Bereichen des Kirchenraumes abgehört wurde. Die in der Firma bereits vorintonierten Metallpfeifen mussten behutsam an Ober- und Unterlabium, an Mund und Kern mit speziellen Werkzeugen geformt werden, um deren Ansprache zu optimieren.
Damit war das vollständige Register in seiner Klanggestalt bearbeitet und erst, als es "fertig" war, wurden die Pfeifen des nächsten Registers eingebaut.

Dies wiederholt sich nun für alle weiteren Register. Dabei müssen Sie sich vorstellen, dass die noch unbearbeiteten Pfeifen wie "Rohlinge" sind, die mit fachlich geeigneten Handgriffen ihren Klangausdruck, gemäß der klanglichen Vorstellung, erhalten. Es kommt darauf an, von Pfeife zu Pfeife des jeweiligen Registers gleiche Charaktereigenschaften und gleiche Klangstärke zu erreichen. Auch das Verhältnis zwischen Bass und Diskant ist von größter Bedeutung und ist deshalb bei der Festlegung der Tonstärke aufmerksam zu beachten.

Alle Entscheidungen zur Bearbeitung bzw. zu notwendigen Eingriffen an Pfeifen werden vom Spieltisch aus getroffen. Ein erfahrener Mitarbeiter arbeitet im Inneren der Orgel und setzt die gewünschten Veränderungen um. Neben den klanglichen Arbeiten hat er zusätzlich den Sitz der Pfeifen und deren Winddichtigkeit zu kontrollieren.

Natürlich gehen Intonationsarbeiten mit ständigem Stimmen der Pfeifen einher. Nur ein gut gestimmtes Register kann klanglich beurteilt werden. Nach Einbau aller Register schließt eine umfassende Generalstimmung die Intonation ab. Damit ist das Instrument fertiggestellt.

Viele Faktoren also beeinflussen die Intonation einer Orgel: Ob Metall- oder Holzpfeifen, Lippen oder Zungen, die Bauform der Pfeifen, die Erfahrung der Intonateure und der Raum machen den Klangcharakter der Orgel aus.

Peter Fräßdorf
Fachtechnischer Geschäftsführer, Chefintonateur der Firma W. Sauer Orgelbau Frankfurt (Oder) GmbH

W. Sauer Orgelbau Frankfurt (Oder) GmbH

Wir stellen opus 2272 vor

EUROPA-ORGEL

"Felix-Mendelssohn"

Eine neue Orgel mit 65 Registern, verteilt auf  III Manuale und Pedal entsteht in unserem Haus für die Evangelische Kirchengemeinde der Auferstehungskirche in Düsseldorf-Oberkassel.

Auszug aus dem Angebot:

1. EINLEITUNG

Unser Angebot für den Bau der neuen Orgel in der Auferstehungskirche wurde auf der Grundlage der Ausschreibung vom 28.12.2000, weiterführenden Gesprächen und einer Raumbesichtigung vor Ort erarbeitet. Es ist das Ergebnis gemeinsamer Überlegungen und bietet einen Prospektentwurf, eine innere Konstruktion, ein klangliches Konzept und eine Kalkulation an.

Prospektentwurf/Gehäuse

Das Erscheinungsbild der Orgel spiegelt das Innere des Instrumentes wider. Die Platzierung der einzelnen Werke, geradlinig zum Spieltisch, ist insbesondere für die Führung der Tonmechaniken wichtig. In die innere Harmonie des Raumes stellen wir ein Instrument, das sich in die Symmetrie des Raumes einfügt. Dabei sollten die geraden Linien in der Ansicht der Orgel ein belebender Gegensatz sein.

Das massiv gebaute Gehäuse bekommt einen weißen Farbanstrich, in dem sich goldfarbene Linien und Schleierbretter befinden. Die holztechnische Ausführung des Gehäuses orientiert sich an den besten Tugenden des Orgelbaus, d.h. Rahmen mit Füllungen und solide Holzstärken. Besonders die Steckfüllungen sollen zur Anwendung kommen, um unerwünschte Resonanzen zu vermeiden. In der Kalkulation berücksichtigen wir eine Kombination aus Kiefer/Eiche.

Der Spieltisch wird in das Untergehäuse eingebaut und ist verschließbar. Er nimmt alle schalttechnischen Einrichtungen auf.

Innere Konstruktion

Das innere Orgelgerüst wird aus Massivholz gefertigt. Die darauf ruhenden Windladen werden durch ein mechanisches Regierwerk und eine mechanische Tontraktur angesteuert. Bis auf die Wellen der einzelnen Trakturen werden nur Trakturelemente aus Massivholz verwendet. Die Lage der einzelnen Werke bietet unkomplizierte Verbindungen von der Taste zum Ventil. Die Ausführung der Tonmechanik erfordert besondere Aufmerksamkeit, da die angebotenen 65 Register auf mechanischem Weg angespielt werden. Dazu ist die Ausführung der Traktur als „hängende Traktur“ vorbereitet. Die Tasten am Spieltisch werden als einarmige Hebel gefertigt.

Für die Nebenzüge Carillion und Europhon werden einschaltbare Anspielmöglichkeiten eingefügt, die bei Bedarf vom Hauptwerk (Carillion) und dem Schwellwerk (Europhon) angesteuert werden können. Auch erscheint uns eine Entlastung der Pedalmechanik wichtig, in dem die 32-Füßer auf Extraladen stehen und elektrisch aktiviert werden.

In die Registertraktur werden zusätzlich Elektromagneten eingefügt, um Registrierungen programmieren zu können (Setzer).

Auch die Manual-Tontrakturen erhalten zusätzlich eine elektrische Spieltechnik. Dieser Zusatz begründet sich darin, dass im großen Orgelspiel (Einsatz aller Koppeln) die Werke zueinander auf elektrischem Weg zusammengeführt werden und damit höchste Brillanz spieltechnisch möglich ist. Auch ist damit die Einbeziehung von Sub- und Superkoppeln möglich. Hiermit soll insbesondere den Intentionen der romantischen Orgel entsprochen werden.

Ein ausreichend großer Orgelmotor wird geräuscharm im Inneren des Instrumentes platziert. Ein Magazinbalg (Aufnahmebalg) soll zunächst den Wind beruhigen. Mit erhöhtem Druck wird der Wind über ein Massivholz-Kanalsystem an die Windladen geführt.

Klangliches Konzept

Die nachstehende Disposition wurde von Herrn Professor Oskar Gottlieb Blarr und Herrn Kapellmeister E. Wolfram Fürll in Zusammenarbeit mit den Orgelbaumeistern der Firma W. Sauer Orgelbau Frankfurt (Oder) GmbH entwickelt.

Mit dieser Disposition sollen Voraussetzungen geschaffen werden, die nach entsprechender Mensurierung und Intonation die Interpretation der europäischen Orgelliteratur authentisch ermöglichen. Darüber hinaus sollen auch Inspirationen in die Zukunft weisen. Dieser Anspruch ist uns in hohem Maße bewusst. Deshalb bauen wir neben der traditionell gebauten Orgel auch technische Einrichtungen, die im „modernen“ Orgelbau Bestand haben werden.

Nachfolgend sind die einzelnen Bauteile der Orgel beschrieben. Alle Orgelteile werden aus hochwertigem Material gefertigt.
 

2. DISPOSITION der EUROPA-ORGEL Felix Mendelssohn

 
I. MANUAL – HAUPTWERK C – c4 = 61 Töne                     Pfeifenzahl  Material/Bemerkung
01. Principal    16‘ 61 labial 87,5% Zinn, Prospekt
02. Principal 8‘ 61 labial 75% Zinn
03. Flute harmonique 8‘ 61 labial C-h Holz, c1-c4 75% Zinn
04. Gamba 8‘ 61 labial 75% Zinn, Streichbärte
05. Voce humane c-c4 8‘ 49 labial Pinienholz, höher schwebend
06. Bordun 8‘ 61 labial C-fo Holz, ab fso 40% Zinn
07. Octave 4‘ 61 labial 75% Zinn
08. Nachthorn 4‘ 61 labial 40% Zinn
09. Quinte 2 2/3‘ 61 labial 40% Zinn
10. Octave 2‘ 61 labial 75% Zinn
11. Mixtur major 6f 366 labial 75% Zinn, 2 2/3‘
12. Mixtur minor 4f 244 labial 75% Zinn, 1 1/3‘
13. Buntcymbel 4f 244 labial 75% Zinn, 1‘
14. Cornet ab f 5f 220 labial 40% Zinn, 8‘
15. Fagott 16‘ 61 lingual Becher 52% Naturguß
16. Saxophon 8‘ 61 lingual Becher 52% Naturguß
17. en chamade  4‘/16‘ 61 lingual Becher 75% Zinn
18. en chamade 8‘ 61 lingual Becher 75% Zinn
19. Orlos 8‘ 61 lingual Becher Holz, gedrechselt
Tremulant
Pfeifen: 1977
II. MANUAL – POSITIV     C – c4 = 61 Töne               
20. Praestant  8‘ 61 labial 87,5% Zinn, Prospekt
21. Holzgedackt 8‘ 61 labial Kiefer/Nußbaum
22. Quintadena 8‘ 61 labial 75% Zinn
23. Ital. Principal 4‘ 61 labial 75% Zinn
24. Rohrflöte 4‘ 61 labial 40% Zinn
25. Octave 2‘ 61 labial 75% Zinn
26. Blockflöte 2‘ 61 labial 40% Zinn
27. Sesquialtera 2f 122 labial 75% Zinn, 2 2/3‘-1 3/5‘
28. Sifflöte 1 1/3‘ 61 labial 40% Zinn
29. Blues-Quarte 2f 122 labial 40% Zinn, 1 1/7‘-16/19‘
30. Scharff 4f 244 labial 75% Zinn, 1‘
31. Bärpfeife 16‘ 61 lingual Becher 52% Zinn
32. Krummhorn 8‘ 61 lingual Becher Kupfer
Tremulant
Pfeifen: 1098
III. MANUAL – SCHWELLWERK C – c4 = 61 Töne               
33. Bordun  16‘ 61 labial Holz
34. Geigenprincipal 8‘ 61 labial 75% Zinn, Streichbärte
35. Gedackt 8‘ 61 labial C-f Holz, fis-c4 40% Zinn, gewölbte Labien
36. Salicional 8‘ 61 labial 75% Zinn, Streichbärte
37. Schwebung c-c4 8‘ 49 labial 75% Zinn, tiefer schwebend
38. Octave 4‘ 61 labial 75% Zinn,
39. Kawalflöte 4‘ 61 labial Holz / 40% Zinn (travers/überblasend)
40. Fugara 4‘ 61 labial 75% Zinn, Streichbärte
41. Nasard 2 2/3‘ 61 labial 40% Zinn, Rohrflöte
42. Waldflöte 2‘ 61 labial 40% Zinn, konisch
43. Tierce 1 3/5‘ 61 labial 40% Zinn
44. Guarneri-Terz     1 13/19‘ 61 labial 40% Zinn
45. Piccolo 1‘ 61 labial 75% Zinn
46. Mixtur 5f 305 labial 75% Zinn, 2‘
47. Bombarde 16‘ 61 lingual Becher 52% Zinn, C-H halbe Länge
48. Trompete 8‘ 61 lingual Becher 52% Zinn, ganze Länge
49. Oboe 8‘ 61 lingual Drehdeckel, Becher 52% Zinn
50. Clairon en fuerte 4‘ 78 lingual Becher 52% Zinn, ab gis'' doppelt-labial
51. Clarinette 8‘ 61 lingual Becher 52% Zinn, durchschlagend
Tremulant
Pfeifen: 1408
PEDAL  C – f1 = 30 Töne               
52. Subkontrabaß  32‘ 30 labial Holz, gedeckt
53. Principalbaß  16‘ 30 labial 87,5% Zinn, Prospekt
54. Subbaß 16‘ 30 labial Holz
55. Salicetbaß 16‘ 30 labial Holz, 75% Zinn, Streichbärte
56. Octavbaß 8‘ 30 labial 75% Zinn
57. Cello 8‘ 30 labial Holz, 75% Zinn, Streichbärte
58. Baßflöte 8‘ 30 labial Holz, 40% Zinn
59. Großsesquialtera 3f 90 labial 40% Zinn, 5 1/3‘, 3 1/5‘, 2 2/7‘
60. Flute de Pedale 4‘ 30 labial 40% Zinn
61. Nachthorn 2‘ 30 labial 40% Zinn
62. Contrafagott 32‘ 30 lingual Becher Holz
63. Posaune      16‘ 30 lingual Becher Holz
64. Trompete 8‘ 30 lingual Becher 75% Zinn
65. Trompete 4‘ 30 lingual Becher 75% Zinn
Tremulant für Kleinpedal
Pfeifen: 480
Nebenregister
66. Zimbelstern
67. Carillon HW, c0-d3
68. Europhon SW, g0-c3
69. Nachtigall 6
70. Kuckuck 2
Pfeifen: 8
klingende Pfeifen gesamt:

4971

Koppeln
Positiv/Hauptwerk II/I
Schwellwerk/Hauptwertk III/I
Schwellwerk/Positiv III/II
Hauptwerk/Pedal I/P
Positiv/Pedal II/P
Schwellwerk/Pedal III/P
Superkoppel Schwellwerk III
Subkoppel Schwellwerk III
Superkoppel Schwellwerk/Hauptwerk III/I
Subkoppel Schwellwerk/Hauptwerk III/I

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3. BESCHREIBUNG DER ORGEL

STELLPLATZ :

Das neue Instrument wird am jetzigen Standort der alten Orgel auf der rückwärtigen Empore der Kirche aufgebaut.

Die Ausführung erfolgt auf der Grundlage unserer Angebotszeichnung vom 29. August 2001 sowie unseres Orgelmodells.

Es gilt als vereinbart, dass die Rückwand der Orgel zur Außenwand der Kirche einen Mindestabstand von 500 mm hat.
 

PFEIFENWERK :

Die Mensuren der einzelnen Register und der Winddruck der verschiedenen Werke werden entsprechend der Raumakustik und Raumgröße erarbeitet und auf der Grundlage langjähriger Erfahrungen festgelegt.

Alle Metall- und Holzpfeifen werden in der eigenen Werkstatt hergestellt und dort vorintoniert. Die Anfertigung der Zungenpfeifen übernehmen Spezialfirmen nach unseren Mensurangaben. Die Klangeigenschaften werden vorab mit dem Auftraggeber abgestimmt.

Die abschließende Intonation erfolgt in der Kirche unter Berücksichtigung der akustischen Verhältnisse.

Die Herstellung der Metallpfeifen beginnt mit dem Legieren und Gießen der Zinnbleche in unserer Werkstatt. Die verschiedenen Legierungen der Register sind der Disposition zu entnehmen. Die Wandstärken der Pfeifen richten sich nach dem Durchmesser und der Länge des Pfeifenkörpers.

Die Pfeifenfüße erhalten jeweils stärkere Wandungen als die Körper, um eine gute Standfestigkeit zu erreichen. Große Prospektpfeifen erhalten zur Stabilität Kupfereinsätze in den Füßen.

Die Pfeifenkerne werden speziell für den entsprechenden Klangcharakter angefertigt.

Labialpfeifen erhalten Stimmrollen oder bei Streichern Expressionen. Kleinere Pfeifen werden gekulpt.

Die Deckel der gedeckten und halbgedeckten Metallpfeifen werden, soweit fachlich vertretbar, mit Filz abgedichtet. Bei kleinen Pfeifen wird wegen zuverlässiger Stimmhaltung als Dichtungsmaterial Papier verwendet.

Die Holzpfeifen werden aus lang gelagertem und ausgesuchtem Massivholz in der angegebenen Holzart gefertigt. Kerne und Vorschläge sind aus Eiche/Buche. Die Stöpsel der Holzpfeifen sind befilzt und beledert. Die Füße erhalten verstellbare Windregulierungen.

Die Kehlen und Zungenblätter der Zungenpfeifen sind aus Messing, die Stiefel aus Zinn oder Holz. Die Nüsse sind aus Blei, die Stimmkrücken aus Federbronze. Das Material der Becher ist 52% Zinn oder Holz (Kiefer), entsprechend der Disposition. Große Becher sitzen im Konus, kleinere Becher werden im Kopf eingelötet. Die Becher großer Zungenpfeifen werden durch eine Aufhängung gehalten.

Der Zimbelstern mit fünf gegossenen Glocken wird mit einem sichtbaren Drehstern geliefert. Er wird über dem Positiv angebracht.

Das Carillon mit seinen klingenden Glocken 4‘ c – d‘‘‘ (39 Bronzeschalen) wird vom Hauptwerk angespielt.

Das Europhon mit seinen Klangplatten und Resonanzröhren, nach dem Konzept eines Vibraphons, wird vom Schwellwerk angesteuert. Im Prospekt sind in einem Kranz 12 Sterne  sichtbar.

Die Nachtigall wird mit Pfeifen konstruiert, deren Tonhöhe durch einen Generator gesteuert wird.

Der Ruf des Kuckuck wird durch zwei Labialpfeifen, die durch Bälgchen gesteuert werden, erzeugt.

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WINDLADEN:

Die Windladen sind das Kernstück der Orgel. Die Qualität der Windladen bestimmt entscheidend die Funktion des Instrumentes. Zur Anwendung in Düsseldorf kommen Schleifladen in Fundamentalbrettbauweise. Die Fundamentplatte ist ein Verbundmaterial mit hervorragenden
Druck- und Klimaeigenschaften. Auch bei größeren Schwankungen der Temperatur und der relativen Luftfeuchtigkeit im Kirchenraum wird eine einwandfreie Funktion garantiert. Dieses Material ist weniger anfällig als Massivholz.

Rahmen, Ladenkörper und Stöcke bestehen aus verleimten Hölzern. Neben hervorragender Resonanzeigenschaft besitzt diese Konstruktion hohe Druck- und Knickfestigkeit und verhindert jegliches Verziehen. Alle Eckverbindungen werden mit Spezialleim ausgegossen und abgedichtet.

Die Kanzellenquerschnitte, Ventilöffnungen und Ventilgrößen sind für den jeweiligen Windbedarf errechnet, den klanglichen Erfordernissen entsprechend angepasst und aufeinander abgestimmt. Selbst bei hohem Windverbrauch, beispielsweise in der Basslage, sind die Maße optimal ausgelegt.

Die Ventile fertigen wir aus märkischer feinjähriger Kiefer. Sie werden, um Windwirbel zu verhindern, seitlich abgeschrägt und sind keilförmig. Als Dichtungen erhalten sie eine Auflage von Ventilleder und Filz. Die Ventilfedern sind aus nichtrostendem Stahl. Ausgetuchte Bleipulpeten dichten die Ventilabzüge ab.

Die Schleifen sind aus Pertinax, einem sehr feuchtigkeitsbeständigen Material, das auch bei schwankenden Temperatur- und Luftfeuchtigkeitswerten eine einwandfreie Funktion garantiert. Zur Windabdichtung werden elastische Schleifenringe und Dichtungen aus Kerntuch verwendet.

Rasterbretter und -bänkchen bestehen aus Holz. Die Rasterbretter erhalten am Stirnende eine Massivholzfeder. Die Rasterstützen werden aus Buche gefertigt.

Unsere Windladenkonstruktion ist tropenfest und garantiert daher auch bei extremen klimatischen Verhältnissen und - trotz ungünstiger Heizungsanlagen - vollkommene Funktionsfähigkeit.

Zur Regulierung von Winddruck und -menge wird in die Windlade ein eigener Schwimmerbalg mit Regulierventil eingebaut.

In der Konstruktion ist vorgesehen, in jedem Werk die Gesamtheit der Pfeifen auf eine Windlade zu stellen. Aus bautechnischen Gründen wird jedoch eine Teilung zwischen C- und Cs-Seite vorgenommen. Das Pedal teilt sich zusätzlich in Vorderlade/Hinterlade, auch wegen der Tremolierbarkeit des Kleinpedals.

Für eine stabile Windversorgung, bei möglichst leichtgängiger Traktur, sind Doppelventile bzw. Doppelkanzellen notwendig. Die Lage der Ventile ist, soweit möglich, in der Ladenmitte, wobei eine Kanzelle nach hinten, die andere Kanzelle nach vorn verläuft und die darüberstehenden Register mit Wind versorgt. Zusätzlich verjüngen sich die Kanzellen zu den jeweiligen Ladenenden, um den Winddruck in der Kanzelle bei starker Windströmung stabil zu halten.

Natürlich kommt für den Einsatz von Doppelventilen nur der Bassbereich in Frage. Der Umfang kann erst nach abschließender Windberechnung exakt festgelegt werden.

Außerdem werden Balanciers zur Differenzierung des Druckpunktes eingesetzt.

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WINDANLAGE:

Ein ausreichend großer, geräuscharmer Winderzeuger bildet die Grundlage der Windversorgung. Er arbeitet mit 230/400 Volt Drehstrom bei 50 Hz. Seinen Platz findet er im Untergehäuse des Instrumentes. Die angesaugte  Luft hat damit die gleichen klimatischen Eigenschaften wie die des Kirchenraumes.

Die Windkanäle stellen wir aus Holz her. Die von uns gewählte Konstruktion, die Querschnitte der Kanäle und der Windbedarf des Motors werden vorher genau berechnet. Der Motorwind wird in einem Hauptbalg gesammelt und dann zu den Windladenbälgen geleitet. Eine ausreichende und dabei ruhige und stetige Windversorgung ist dadurch sichergestellt. Die Kondukten zu den ausgesetzten Pfeifen, einschließlich Prospektpfeifen,  werden aus innen glattem Kupferrohr hergestellt. Die Verbindungen und Kröpfe werden verlötet.
 

SPIELTRAKTUR:

Die Spieltraktur überträgt die Fingerbewegung des Organisten von der Taste über Trakturglieder und –verbindungen mechanisch zum Ventil. Im Moment des Öffnens des Ventils entsteht ein Druckpunkt, den der Organist spürt. Durch die mechanische Traktur ist der Spieler in der Lage, akzentuiert zu spielen. Durch langsames oder schnelles Öffnen der Ventile werden unterschiedliche Obertöne bei der Ansprache der Pfeifen erzeugt.

Die mechanische Verbindung von den Tasten zu den Tonventilen wird in erprobter, witterungsbeständiger und geräuschloser Ausführung hergestellt. Die Abstrakten werden aus feinjährigem Nadelholz, die Winkel aus Weißbuche und die Wippen aus Eiche gefertigt. Die horizontal verlaufenden Abstrakten sind in Holzpendeln gelagert, die vertikalen Trakturen werden in reibungsarmen Holzrechen und soweit erforderlich in Pendeln geführt.

Die Orgel erhält eine hängende Traktur, die ab einer bestimmten Länge der Abstrakten mit einer selbständigen Spannvorrichtung ausgestattet wird.

Im Übrigen sehen wir für die spätere Wartung genügend Regulierungsmöglichkeiten vor.

Die Wellenbretter sind aus Holz, die Wellen aus Massivstahl.

Parallel zur mechanischen Traktur wird die Orgel mit einer elektrischen Spieltraktur ausgerüstet. Dazu erhalten alle Manual- und Pedaltasten Kontakte und alle Ventile, einschließlich Pedal, Magnete.

Um Funkenbildung auszuschließen werden opto-elektrische Kontakte eingesetzt. Neben der Kontaktgabe zu den Koppelmagneten wird über diese Kontaktschalter auch der Midi-Anschluss angesteuert.

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REGISTERTRAKTUR

Die Register können mechanisch oder elektrisch betätigt werden. Es handelt sich damit um eine Doppelregistratur.

Bei der mechanischen Betätigung werden die Bewegungen über Wellen, Winkel, Wippen und Zugstangen zur Schleife übertragen. Die mechanische Traktur ist leichtgängig, geräuscharm und ohne Leergang. Verwendet werden Präzisionsstahlrohr, Eichenholz,  Kugel- oder Gabelgelenke.

Für die elektrische Betätigung werden Registerzugmagnete in die Mechanik eingefügt.

Die Registerzüge im Spieltisch sind aus Hartholz, nach Wahl und Absprache.
 

SPIELTISCH : eingebaut an der Vorderseite des Instrumentes

Registeranlage : links und rechts von den Manualen als Züge aus Hartholz, Beschriftung und Ausführung in Absprache mit dem Auftraggeber. Die Registerstaffelei des Spieltisches wird so angeordnet, dass der Abzug der Manubrien dem Organisten winkelrecht entgegenkommt.

3 Manuale:  C – c4  =  61 Tasten

Manualuntertasten : mit Knochenbeläge

Manualobertasten : mit Ebenholz

Pedal : C – f‘ =  30 Tasten aus Eiche, Parallelklaviatur, doppeltgeschweift, Lage Pedal/Manual dis/dis1

Orgelbank : Holz, entsprechend der Gehäuseausführung, stufenlos verstellbar

Koppeln : Positiv/Hauptwerk   mechanisch + elektrisch
Schwellwerk/Hauptwerk   mechanisch + elektrisch
Schwellwerk/Positiv   mechanisch + elektrisch

Super  Schwellwerk   elektrisch
Super  Schwellwerk/Hauptwerk  elektrisch

Sub  Schwellwerk   elektrisch
Sub Schwellwerk/Hauptwerk  elektrisch

Hauptwerk/Pedal    mechanisch + elektrisch
Schwellwerk/Pedal   mechanisch + elektrisch
Positiv/Pedal     mechanisch + elektrisch

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Weitere technische Spieltischeinrichtungen sind

Schwelltritt für das III. Manual (Funktionsrichtung – Spitz „auf“, Hacke „zu“)
  Crescendowalze (einstellbar, Funktionsrichtung – Hacke „Crescendo“, Spitze „Dedrescendo“)
Setzerkombination, Gruppen A-B-C-D, davon zwei Gruppen
abschließbar
Hauptgruppen 1 – 8
Untergruppen A – H
somit 4 x 256 = 1024 Kombinationen
Midi-Einrichtung in/out
Monitor 13“
Alle Maße entsprechen den allgemeingültigen Normen im Orgelbau.

Es wird vor Ausführung eine Spieltischanordnung erstellt, die alle Einzelheiten beinhaltet und vom Auftraggeber als auch dem Landeskirchenamt zu genehmigen ist.
 

SCHWELLWERK:

Die Zungenregister des Schwellwerkes werden so angeordnet, dass ein leichter Zugang für die Stimmarbeiten möglich ist.

Das Schwellwerkgehäuse wird aus 60mm starkem Massivholz gefertigt, einschließlich der Jalousien.

An das Schwellgehäuse werden seitlich zusätzlich Jalousien angebracht. Diese seitlichen Jalousien öffnen bei „Crescendo“ zuerst. Im Anschluss wird die gesamte Jalousiefront geöffnet. Damit soll eine optimale Dynamik erreicht werden. Die Ansteuerung erfolgt mechanisch.

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GEHÄUSE:

Das Orgelgehäuse ist geschlossen und schützt gegen Staub und Schmutz, gegen Fremdzugriff und hat eine schallrichtende Funktion. Es spiegelt den inneren Aufbau der Orgel wider. Unserem Entwurf  vom 29.08.2001 können Sie entnehmen, dass das Positiv über dem Spieltisch platziert ist, darüber das Hauptwerk, rechts und links das Pedal in C- und Cis-Seite geteilt und hinter dem Positiv das Schwellwerk.

Prospekt und Frontgestaltung werden gemäß Entwurf  vom 29.08.2001 ausgeführt.

Das Gehäuse wird als stabile Rahmenkonstruktion gebaut, die Rahmen und Füllungen sind aus Massiv-Holz. Es werden nur solche Hölzer verwendet, die den akustischen und statischen Anforderungen der Orgel Rechnung tragen.

Als Holzart sind Eiche und Kiefer vorgesehen. Dieser Punkt und die Oberflächenbehandlung (insbesondere die farbliche Gestaltung) werden mit dem Auftraggeber abgesprochen. Das Orgelgehäuse ist innen farblos lackiert.

Die Ziergitter (Schleierbretter) werden entsprechend unseres Entwurfes  vom 29.08.2001 aus poliertem und oberflächenveredeltem Messing gefertigt. Auf einem stabilen Metallgeflecht, ebenfalls aus Messing, werden die einzelnen Elemente fest verlötet. Im Bereich der Rundtürme passen  sich die Elemente der Beschreibung des Rundbogens an. In den gerade verlaufenden Feldern sind die Platten gewölbt und somit den Rundungen der Pfeifen angepasst. Mit gleichem Material werden die angedeuteten Linien im Orgelgehäuse ausgelegt. Die aufstrebenden Rundstäbe in den Prospektrahmen werden mit entsprechendem Messingrohr dekoriert. Eine dauerhafte Haltbarkeit der Messingpolitur ist nach der Oberflächenbehandlung sicher.

Das Orgelgehäuse dient gleichzeitig als Orgelgestell, so dass eine günstige Resonanzverbindung von der Windlade zum Gehäuse vorhanden ist. Stützen, Traversen und auch der Orgelrost sind aus massiver Kiefer.

INTONATION:

Nach der Herstellung der Pfeifen werden diese in der Werkstatt vorintoniert. Das heißt, die Pfeife wird zum Klingen gebracht, die Tonstärke, Tonhöhe und der Klangcharakter werden zur abschließenden Intonation in der Kirche vorbereitet.

Die endgültige klangliche Gestaltung wird in der Kirche vorgenommen. Für diese Arbeiten stehen erfahrene Intonateure der Fa. W. Sauer zur Verfügung. Entsprechend der Traditionen der Firma, wie auch den räumlichen und musikalischen Anforderungen wird die Intonation praktisch, aber auch künstlerisch ausgeführt. Besonderer Wert wird auf die Herausarbeitung der unterschiedlichen Charakteristik der einzelnen Stimmen und deren differenzierte Klanggebung gelegt. Hier wird eine enge Zusammenarbeit mit dem Auftraggeber gewünscht. Die Gesamtverantwortung verbleibt jedoch beim Auftragnehmer.

Für die Intonation ist ein umfangreicher Zeitfonds vorgesehen, so dass diese künstlerische Arbeit ohne jeglichen Zeitdruck ausgeführt werden kann.

Die Stimmtonhöhe beträgt, wenn nicht anders vereinbart, 440 Hz bei 18oC. Es kommt die gleichstufig temperierte Stimmung zur Anwendung.

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Stand: 11. Juli 2007