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Konzeption Kirchenmusik

Vorwort

Mit dem Arbeitstitel "Kirchenmusik unter den grünen Dächern" ist die Konzeption der Kirchenmusik eingebettet in die Gesamtkonzeption gemeindlicher Aufgaben, die Juni 2001 erarbeitet und vom Presbyterium beschlossen wurde. Laut Beschluss bedarf diese Konzeption einer fortlaufenden Überarbeitung, die im Bereich Kirchenmusik hier geschieht.

Zunächst sind die vier Handlungsfelder in Erinnerung gerufen:

- Geistliches Handlungsfeld

Ziel: Begleiten von Gemeindegliedern im Glauben, Leben und Lernen durch Verkünden und Deuten des Wortes Gottes, sowie durch Vermitteln spiritueller Erfahrung und musikalischem Erleben.

Dieses Ziel erreichen wir z.B. über:

Verkündigung / Seelsorge: speziell gestaltete Gottesdienste für "Zielgruppen", "Inszenieren" der Kasualien, regelmäßige Andachten in Gemeindekreisen, Seelsorge in Notlagen

Spiritualität: Meditationsangebote, Kontemplation, Gebetssäule, Weltleuchter, Einüben von geprägten und freien Gebeten, Gospelchor

Kirchenmusik: Heranführen an christliches Liedgut ab Kleinkind- und Schulkindalter, Chor~ und Instrumentalarbeit, Musik im Gottesdienst, Konzerte (Oratorien, Chorkonzerte a capella, Sinfoniekonzerte, Orgelkonzerte, Gastkonzerte und Kammermusik), Erarbeitung, Interpretation und Ausführung von geistlichen Werken, Vermittlung der Freude am Singen in Gemeinschaft

Kirchenbau / Kirchenkunst: Orgelneubau in AK, Gestaltung des Kirchenraumes, pädagogische Angebote zur Kirchenkunst


- Pädagogisches Handlungsfeld

Ziel: Angebote an Kinder, Jugendliche und Erwachsene, sich im Erleben von Gemeinschaften unterschiedlicher Zielsetzung als "aufgehobenes Wesen" zu erfahren und hieraus Kräfte zu entwickeln, sich an der Gemeinschaft zu freuen,
über diese Gemeinschaft anderen zu berichten, in dieser Gemeinschaft Pflichten zu erkennen und Rechte wahrzunehmen, für das Gelingen dieser Gemeinschaft haupt- oder ehrenamtlich tätig zu sein.

Dieses Ziel erreichen wir z.B. über:

Erziehung: pädagogische Arbeit in den Kindergärten, Konfirmandenunterricht, Bläserunterricht, Übernahme von Verantwortung im ehrenamtlichen Bereich von Jugendlichen und älteren Gemeindegliedern

Bildung: Gemeindeseminare, Vorträge und Diskussionsveranstaltungen, Glaubensgespräche, Kirchenmusik, musikalische Erwachsenenbildung

Freizeitgestaltung: Radtouren, Familienfreizeiten, Gemeindereisen, Philippus-Club, Begegnungscafé, Philippus-Treff, kreative Angebote, Feste und Feiern, Kaffeehausmusik, Singen im Chor

Gesellschaftliches Engagement: Teilhabe und Teilnahme am sozialen und politischen Leben im linksrheinischen Düsseldorf 


- Diakonisches Handlungsfeld

Ziel: Unterstützung von Menschen innerhalb und außerhalb der Gemeinde bei der Bewältigung wesentlicher Aufgaben der persönlichen / gesellschaftlichen Lebensführung: gemäß den Mitteln der Gemeinde und dem fachlichen Können der Verantwortlichen, sowie mit "Herz und Verstand" unter dem Motto "Einer trage des anderen Last".
Dieses Ziel erreichen wir z.B. über:

Betreuung: Einsatz der Gemeindeschwestern und Zivi's, ehrenamtliches Engagement

Kontaktpflege: Besuchsdienst, Hausbesuche, Gemeindebrief, Erwachsenen~ und Altenarbeit

Beratung: vor Ort, bzw. Vermittlung an andere kompetente Stellen, Sprechstunden von Pfarrern und Gemeindeschwestern

Soziale Hilfe: Finanzielle Zuwendung, Vermittlung von Hilfsangeboten, Kooperation mit DiD, Leben im Alter Zentrum der Diakonie in Düsseldorf


- Betriebswirtschaftliches Handlungsfeld

Ziel: Erarbeiten von Visionen und Strategien, um das Gemeindeleben in die Zukunft hinein konzeptionell zu entwickeln.
Gestalten und Steuern der Zusammenarbeit von Haupt~ und Ehrenamtlichen, um die gemeinsam vereinbarten Ziele nach den Grundsätzen des wirtschaftlichen und sozialen Handelns zu realisieren.

Dieses Ziel erreichen wir z.B. über:

Strategieentwicklung: Planung im Presbyterium (auch Wochenendklausuren), Ausschüsse, projektorientierte Arbeitskreise, Hauskonferenz, Gemeindeversammlung

Ressourcen-Management: Planung im Finanzausschuss, Konzept für Spendenaufrufe, Konzeptentwicklung Sponsoring Orgelneubau, Vorstandsarbeit der Fördervereine, Werbung (Öffentlichkeitsarbeit), Pflege der Datenbestände

Mitarbeiterführung/ Personalentwicklung: Planung im Personalausschuss, Mitarbeitergespräche, Mitarbeiterschulung

Organisationsentwicklung: Inanspruchnahme von externer Beratung, Umstrukturierung der Verwaltung, Mitarbeiterbesprechungen, Hauskonferenz

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Folgerungen für das Konzept Kirchenmusik

Der Gesamtkonzeption der Evangelischen Kirchengemeinde Düsseldorf-Oberkassel gemäß, erfordert und prägt die Arbeit im Rahmen der Kirchenmusik eine musikalisch hohe Qualität, die von Haupt- und Ehrenamtlichen wahrzunehmen ist. Der Stellenplan sieht zur Zeit eine 100% A-Stelle und eine 17,5 Stunden/Woche C-Stelle vor.

Die Tätigkeiten definieren sich in den geistlichen und pädagogischen Bereichen exemplarisch durch folgende Veranstaltungen:

- besondere musikalische Gestaltung der Sonntagsgottesdienste, Oratorienaufführungen, Kammermusiken (z. B. in Zusammenarbeit mit der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf), Orgelkonzerte, Chorkonzerte, Oberkasseler Caféhaus, Gastkonzerte, gesellschaftlicher Chorproben- und Konzertausklang.
- Verantwortung der kirchenmusikalischen Versorgung der beiden Predigtstätten AK und Philippus-Kirche, für die Kirchenmusik und Orgeldienste zu organisieren sind. Begleitung der Kirchenmusik der Predigtstätten HL, AWO und Heerdter Friedhof.
- Schul-, Kindergarten- und weitere Gottesdienste mit jungen Menschen.
- Die besondere musikalische Gestaltung der Sonntagsgottesdienst und Hochfeste verteilen sich auf die beiden Zentren (Philippus-Kirche, Auferstehungskirche) in der Gestalt, dass die größere, ältere und unter Denkmalschutz stehende Auferstehungskirche (Schwerpunktkirche für die Kirchenmusik) in der musikalischen Häufigkeit bevorzugt werden soll. In der Regel sind diese musikalischen Gd. (auch Orgel Plus) von den verschiedenen gemeindeeigenen Kreisen und Musikern und ohne zusätzlichen Kostenaufwand zu betreiben. Eine Ausnahme stellt der Kantatengottesdienst. dar.
- Der Konzertbetrieb verteilt sich auf beide Zentren; Schwerpunkt ist auch hier die Auferstehungskirche. Aktuell finden in der Philippus-Kirche Konzerte statt, insbesondere sind für 2005 drei markt&orgel - Konzerte und ein Liedersingen zum 1. Advent geplant. Die Konzerte in der Philippus-Kirche haben in der Regel freien Eintritt und sollen sich selbst finanzieren. 
- Orgelbau, Kirchenrenovierung als Schaffung eines Rahmens, in dem Inhalte möglich werden: Im Jahr 2005 ist die Durchführung einer Konzertreihe mit dem Titel "1. Oberkasseler Orgelfrühling" geplant: jeden Mittwoch um 18:30 spielen zwischen Ostern und Pfingsten (6.4. bis 11.5.2005) internationale Organisten in der Auferstehungskirche an der EUROPA - ORGEL "Felix Mendelssohn".

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Im diakonischen und betriebswirtschaftlichen Handlungsfeld sind exemplarisch folgende Aufgaben wahrzunehmen:

- Mit fachlichem Können der Verantwortlichen, sowie mit "Herz und Verstand" ist die Arbeit der Kirchenmusik mit den vielen daran beteiligten Menschen aus unterschiedlichstem Kontext zu gestalten.
- Kantatengottesdienste, soweit sie durchführbar sind, erfordern grundsätzlich instrumentaler und solistischer Begleitung. Einerseits erfordern sie einen hohen finanziellen Aufwand, andererseits bringen Kantatengottesdienste. eine hohe Gottesdienstbesucherzahl, da sie von den Gottesdienstbesuchern eindeutig als frohe Botschaft und damit als Teil der Verkündigung gesucht werden. Sie geben vielen Menschen Lebensmut, sie trösten, erbauen und stärken.
- Kirchenmusik solle in allen Altersschichten der Gemeinde vertreten sein.
- Neben Vermittlung von Tönen ist Sorge um die Seele der Beteiligten an Kirchenmusik ureigene Aufgabe des Kantors im Team der Verkündiger im Sinne des Angebots von Beratung und Lebensgestaltung.
- Strategie/Planung: es ist dafür Sorge zu tragen, dass Verantwortliche (Kantor, Chorsprecher, Leiter von Kreisen, Pfarrer etc.) alle hausinternen Informationen erhalten und wahrnehmen (- interne Kommunikation). Verlässliche Absprachen (Pfarrer, Küster, Verwaltung, betroffene Gruppen/Kreise etc.) sind das Fundament gemeinsamen Handelns. Ressourcen: Die Verantwortung für die Nutzung aller Instrumente trägt der Kantor. Getroffene Absprachen sind bindend, Veränderungen bedürfen gegenseitiger Rücksprache.
- Der Kantor gibt den musikalischen Weg und Entwicklung aller musikalischen Gemeindegruppen, in Absprache mit den gemeindlichen Gemeindegremien vor. Die Laienmusiker werden in ihrer Arbeit emotional unterstützt und motiviert, wenn z.B. auch die Pfarrer, die am kommunikativen Geschehen in der Gemeinde maßgeblichen Einfluss haben, die kirchenmusikalische Arbeit tragen und hinter ihren Mitarbeitern stehen. Alle sind gehalten, das Gesamtkonzept gemeindlicher Aufgaben umzusetzen.
Mit vorhandenen und zu findenden Ressourcen (Instrumente, Datenbank, Sponsoren) ist pfleglich umzugehen.

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Gruppen und Kreise

Zur gottesdienstlichen Vorbereitung der musikalischen Gruppen und Kreisen bedarf es einer frühzeitigen Zusammenarbeit zwischen Pfarrer und Kantor. Folgende Punkte sind für eine gemeindeorientierte Arbeit (unter Rücksichtname des Arbeitstempos von Laien-Musikern) zu berücksichtigen:

Löricker Bläserkreis

- Für das Spielen der Gemeindelieder für Gottesdienst sind mindestens 3 Bläser-Proben notwendig.
- Nach den Sommerferien bedarf es einer Einarbeitungszeit von mindestens 4 Wochen. In dieser Zeit ist von einer Beteiligung am Gottesdienstspiel abzusehen.
- Der Probenraum soll den Musikern ein ungestörtes Üben für die ganze Probenzeit ermöglichen. Sollten sich mehrere verschiedene Gruppen und Kreise der Gemeinde einen Raum teilen, so ist ein pünktlicher Probenbeginn der nachfolgenden Gruppen zu ermöglichen.
- Das Gottesdienstspielen soll bevorzugt an Hauptfesten (herausragende Gottesdienste) als Motivationshilfe für Jungbläser (keine "normalen" Sonntagsgottesdienste) stattfinden.
- Wegen Intonationsproblemen bei Laienbläsern sollen nur Gesangbuchlieder aus dem EG bis 3 b und max. 1 Kreuz vom zuständigen Pfarrer und Musiker (Kantor) ausgesucht werden.

Kantorei Oberkassel, Frauenchor, Jugend- /Gospelchor, Kinderchor

- Aus Rücksichtname der ehrenamtlichen Sänger/innen sollen besondere musikalisch gestaltete Gd. max. alle 6 Wochen je Zentrum (alle 6 Wochen in Philippus-Kirche und alle 6 Wochen in AK) stattfinden. Eine zeitliche Überbelastung der Choristen ist weder für die musikalische Qualität noch für eine gute und entspannte Choratmosphäre dienlich.

- Zur Jahresplanung der Gottesdiensten mit besonderer Kirchenmusik:
Die Pfarrer geben bei der Besprechung des Predigtturnus eine Vorgabe für die Sonntage vor, an welchen Musik im Gd. gewünscht wird, soweit erforderlich, auch welche Gruppen dort auftreten sollen. Spätestens 2 Monate vor einer entsprechendenden kirchenmusikalischen Veranstaltung im Gottesdienst, teilt der zuständige Pfarrer / Predigthelfer dem Kantor die konkrete Vorstellung zum Gottesdienst mit, damit Stücke ausgesucht werden können. Geschieht dies bis zu diesem Zeitpunkt nicht, muss im Hinblick auf die Probenarbeit Musik vom Kantor eigenverantwortlich ausgewählt werden.

Orgelspiel im Gottesdienst

- Für besonders anspruchsvolle und bereichernde Choralvorspiele im Gottesdienst (z.B. Bach, Buxtehude, Flor Peeters, Langlais, etc.) bedarf es einer langen und gründlichen Vorbereitungszeit des Organisten. Aus diesem Grunde ist es notwendig, die (gottesdienstlichen) Gemeindelieder spätestens drei Tage vor dem jeweiligen Gottesdienst dem Organisten  zukommen zu lassen.

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Stand: 11. Juli 2007