2.5 Ökumene
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Wir begrüßen Sie herzlich bei der evangelischen Kirchengemeinde im linksrheinischen Düsseldorf-Oberkassel.

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Dieses Aufgabengebiet betreut Pfarrer Michael Rischer. Bitte sprechen Sie ihn an, wenn Sie an einem Arbeitskreis teilnehmen möchten.

Pfarrer Michael Rischer
Grevenbroicher Weg 5 59 12 50 
am besten erreichbar:
Di 10-11 Uhr; Do 18-19 Uhr
mail: m.rischer@gmx.de

 

 

Ökumene - Thema des Gemeindebriefes 2/2003. Hier finden Sie Auszüge aus dem Gemeindebrief.

Christsein im Kontext anderer Religionen

Wir leben zusammen mit Menschen aus Holstein und vom Niederrhein, aus Italien, Griechenland und der Türkei, aus Japan und Afrika. Und, Gott sei ’s gedankt, wir tun dies im linksrheinischen Düsseldorf in einem ruhigen Miteinander - oder zumindest Nebeneinander.

Dabei sind wir alle geprägt von Werten, die uns die Gesellschaft, eben Eltern, Freunde, Kirchen, andere Organisationen, mitgegeben haben.
Fragen Sie sich doch einmal: „Was ist die Wahrheit, die mich prägt?“
Erstaunliches mag dabei herauskommen. Von „nur nicht anecken “ bis „Ellenbogen benutzen “, von „Meinung sagen" bis „ist mir egal “.
Wie weit spielt Religion eine Rolle? Wir leben hier als unierte, reformierte oder lutherische Protestanten, als römisch-katholische Christen, als orthodoxe Gläubige verschiedener Herkunft. Unter uns wohnen Menschen jüdischen und islamischen Glaubens, aber auch Buddhisten und Anhänger anderer Religionen.
Innerhalb des Christentums sprechen wir von Ökumene. Und auch, wenn es bei uns fast nur Katholiken als Partner gibt, gehören Orthodoxe, evangelische Freikirchen, unterschiedliche katholische Kirchen dazu. Alle bekennen, dass Gott sich in Jesus Christus gezeigt hat.
Wir kennen aber auch die christlich gefärbten Sekten: Zeugen Jehovas, Vereinigungs-Kirche, Mormonen. Sie haben neben Jesus Christus und der Bibel andere Offenbarungsquellen, aus denen sie schöpfen.
Friedrich II., König von Preußen, hat Ende des 18.Jahrhunderts gesagt: „Jeder soll nach seiner Facon selig werden!“ - und holte Menschen aller Glaubensrichtungen ins Land, Christsein im Kontext anderer Religionen die sein Preußen urbar machten. Ein wichtiger, guter Satz, der wirklich Toleranz brachte. Endlich mussten Menschen keine Angst mehr vor Verfolgung aus religiösen Gründen haben.

Friedrich II. kann auch sehr missverstanden werden. Wenn nämlich darunter verstanden wird, dass Gott in keiner Religion wahrhaftig zu finden ist, dann erwächst daraus Gleichgültigkeit. Und zwar im Sinne von: “Mir ist jede Religion gleichgültig, keine hat recht.” Daraus wird eine neue Religion, meine.
Wir sprechen heute bewusst von einem  „Dialog der Religionen “. Das meint einen edlen Wettstreit um die Wahrheit.
Ein Dialog beinhaltet, dass wir einander erzählen, was uns wichtig ist. Warum es uns wichtig ist. Und das in unserem Tun bewahrheiten. Dialog heißt also nicht, anderen die Wahrheit abzusprechen. Schon gar nicht im Sinne von: Alle Nicht-Christen kommen in die Hölle.

Dialog bedeutet, Andere in ihrem Denken, Handeln, Glauben wahrzunehmen und nachzuvollziehen, was ihnen wichtig ist.
Dann werden wir wieder vom eigenen Glauben sprechen.
Für mich als Christen bedeutet das, von dem versöhnenden, liebenden Handeln Gottes in Jesus Christus zu erzählen. Von meiner Verantwortung vor Gott, der Hoffnung auf Vergebung. Und meine Zuversicht umzusetzen in die Tat.
Treten wir in diesen Dialog ein! Wissen Ihre Nachbarn von Ihnen, dass Sie sich zur Gemeinde halten, sind Sie offen für ein Gespräch? Wie wirkt sich Ihr Glaube aus? Christus hat keine anderen Hände als unsere Hände, keinen anderen Mund als unseren Mund ...
Ich wünsche uns spannende Gespräche und gute Erfahrungen mit unseren Nachbarn.
Pfarrer Michael Rischer

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Ökumene aus Sicht des Pfarrers der katholischen Nachbargemeinde

Es war im Jahre 1965, der damalige Oberkasseler Kaplan Wilhelm Terboven hielt als erster katholischer Priester während eines evangelischen Gottesdienstes in der Auferstehungskirche eine Predigt. Für die damalige Zeit war dies etwas Außergewöhnliches, erst nach langen Gesprächen auf beiden Seiten wurde hierfür „grünes Licht “gegeben.Vieles im gemeinsamen Miteinander von katholischer und evangelischer Gemeinde, was damals in langen aber fruchtbaren Gesprächen errungen wurde, ist heute zu einer Selbstverständlichkeit geworden.

Alles, was zu einer Selbstverständlichkeit geworden ist, steht in der Gefahr, nicht mehr genügend beachtet zu werden. Manchmal hat es den Eindruck, dass dies auch auf die ökumenischen Veranstaltungen in Ober- und Niederkassel zutrifft. In jedem Jahr gibt es im Frühjahr die ökumenischen Bibeltage - in diesem Jahr haben wir gemeinsam den Römerbrief gelesen - und im Herbst die Glaubensgespräche, die sich in diesem Jahr mit dem Thema Liturgie beschäftigen. Die Teilnahme an diesen Veranstaltungen ist eher bescheiden, fast immer treffen sich die gleichen Christen zu den Vorträgen
und Gesprächsrunden. Dabei kann eine wirkliche Ökumene nur durch das gegenseitige Kennen lernen entstehen.
Aber es hat auch in diesem Jahr neue Aufbrüche gegeben: Gespräche von Vertretern beider Konfessionen mit den Religionslehrern des Cecilien-Gymnasiums und die gemeinsame Fahrt zum ökumenischen Kirchentag nach Berlin sind Versuche, die Ökumene in unserem Stadtteil wieder mit neuem Leben zu erfüllen.

Es gibt wesentlich mehr Punkte, die uns verbinden, und es ist gut, dass wir uns dies immer wieder bewusstmachen. Bis zur vollen Kirchengemeinschaft ist es jedoch noch ein weiter Weg. Vorwärts kommt man nur dann, wenn man bereit ist, diesen gemeinsamen Weg auch zu gehen. Dazu gehört auch, dass man das Trennende wahrnimmt und es berücksichtigt. Erst vor kurzem sagte Kardinal Lehmann im Blick auf den ökumenischen Kirchentag:
„Eine Einheit am Tisch des Herrn ist unwahrhaftig, solange sich die ökumenischen Partner in Grundüberzeugungen widersprechen. Ökumenische Erfolge wird es nicht durch das Abschleifen von Profilen geben.“

Wir als Christen im linksrheinischen Düsseldorf sollten immer wieder versuchen, den Weg aufeinander zu und miteinander zum Herrn zu gehen.


Michael Dederichs, Pfarrer von St. Anna und St. Antonius

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Gelebte Ökumene

Als Katholik im sehr katholischen Oberschlesien aufgewachsen waren für mich Protestanten “kein Problem ”-es gab dort fast keine.
Für uns im Grenzgebiet zwischen dem Deutschen Reich und Polen, wo die Nationalitätenfrage nie eindeutig zu beantworten war, war “Katholik ”ein erstes Identifikationsmerkmal.
Als ich 22 Jahre alt war, übersiedelte meine Familie ins Rheinland. Rheinland - auch katholisch, aber doch anders.
Und es gab hier viele Protestanten. Die waren eigentlich ganz nett und irgendwie offener als die Katholiken. Nur deren Kirchen, die ich gelegentlich zaghaft betrat, fand ich fremd -sehr karg. Eine nähere Begegnung - und zum Teil auch harte Auseinandersetzung - mit dem Protestantismus fand erst einige Jahre später statt, als ich meine Frau, evangelische Christin, kennenlernte.
Eine gemischt-konfessionelle Trauung war in den 60er Jahren noch keine einfache Sache. Wir heirateten aus Rücksicht auf meine katholische Verwandtschaft katholisch. Auch unsere Kinder wurden katholisch getauft, gingen zur Kommunion und wurden gefirmt. Die Diskussionen über das “Für und Wider ”der beiden Konfessionen wurden während unserer ersten Ehejahre fortgeführt. Jeder lernte viel über die Konfession des anderen, blieb jedoch seiner Kirche nahe. Ich hatte mit meiner Kirche gelegentlich Probleme - auch schwere Krisen. In den 70er Jahren zogen wir nach Lörick. Meine Frau begann in der Kantorei Oberkassel zu singen - ich folgte ihr einige Jahre später. Durch das gemeinsame Singen verlagerte
sich auch meine Teilnahme an Gottesdiensten immer mehr zum evangelischen Gottesdienst hin. Das Evangelische wurde mir vertrauter. An der Auferstehungskirche habe ich in vielen Kirchenkonzerten mitgesungen. Auch bot die Gemeinde mir Möglichkeiten, meine eigenen Ideen zu verwirklichen, wie z.B. die Gestaltung des “Oberkasseler Caféhauses ”.
Die “Woche der Krakauer Engel ”im Jahr 1998 -basierend auf meinen sehr guten Beziehungen zu lieben Freunden in Krakau -war ein besonderes Beispiel einer gelungenen ökumenischen Veranstaltung. Beziehungen zu beiden Kirchen haben mitgeholfen, sowohl die evangelischen als auch die katholischen Gemeinden in Oberkassel und Lörick mit einzubeziehen. Nach fast 20 Jahren Mitwirkung in einer evangelischen Kirchengemeinde könnte man mich mit Recht nach Vergleichen fragen. Ich beantworte das nur ungern.
Das demokratische Prinzip, der hohe Stellenwert der Kirchenmusik (man stelle sich vor: Luther wäre unmusikalisch gewesen), die größere Toleranz - das gefällt mir bei den Evangelischen.
Am Ende denke ich doch: Es kann nicht falsch sein, was schon 2000 Jahre besteht, und es kann nicht falsch sein, was schon 500 Jahre besteht. Und so enttäusche ich manchen, der nach eindeutiger Festlegung verlangt, wenn ich sage: Ich denke schon sehr evangelisch, im Herzen bleibe ich jedoch katholisch.
Johannes Jendrek

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Ökumene vor Ort

„Wir haben was, was ihr nicht habt ...“
Falsch, - meistens jedenfalls. Während der ökumenischen Begegnungen – im Frühjahr ist es die Ökumenische Bibelwoche, im Herbst die Ökumenische Glaubenswoche – stoßen die Teilnehmer mit Staunen immer wieder auf viel Gemeinsames: Parallelen in der Liturgie des Gottesdienstes zum Beispiel; Lieder, die sowohl im „Gotteslob “als auch im „EG “zu finden sind; ein ähnliches Verständnis des Taufsakraments usw. In der evangelischen Kirche werden alte Traditionen wiederentdeckt, die bislang den „Anderen “zugeordnet wurden: das Fasten in der Passionszeit, die Feier der Osternacht, die Übergabe einer Kerze an den Täufling. Das Bedürfnis nach „Aufgehobensein “im Gottesdienst, die Hoffnung auf einen Funken, der dabei überspringt, und die Sehnsucht nach echter, gelebter Gemeinschaft: All dies wird in den letzten Jahren immer häufiger und deutlicher formuliert von evangelischen Christen. Keine Frage, in der Erprobung und Einübung von Spiritualität haben Katholiken uns Protestanten einiges voraus. Es lohnt sich, genau hinzusehen und zu lernen voneinander.
„Wir haben was, was ihr nicht habt...“
Betrachtet man den derzeitigen Stand des offiziellen ökumenischen Prozesses, so muss man leider zu dem Schluss kommen, dass sich an dieser Haltung wenig geändert hat. Ich bin jedoch zuversichtlich, dass der Wunsch nach Gemeinsamkeit langfristig - unter Wahrung der jeweiligen Identität – alles Trennende überwinden wird. Und nicht „die Kirche “wird diese Entwicklung bestimmen, sondern katholische und evangelische Christen in Düsseldorf und anderswo auf der Suche nach ihren gemeinsamen Wurzeln und nach Möglichkeiten, ihr tägliches Leben als gläubige Menschen zu gestalten.
Brita Siebke-Holzapfel

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Ökumene ist für mich...

- ein gegenseitiges Anerkennen und Respektieren konfessioneller Unterschiede.
- ein “im Gesprächbleiben ”,um sich immer besser kennen und verstehen zu lernen.
- eine gemeindeübergreifende Zusammenarbeit in sozialen Aufgaben.
Eising, 75 J
- gemeinsamer Gottesdienst von evangelischen und katholischen Christen
- gemeinsames Handeln im christlichen Sinne
Schmitz-Sternitzke, 59 J
- zunächst den katholischen Mitchristen so annehmen, wie er ist.
- mit ihm über sein religiöses Leben und Sosein sprechen, seinen Gottesdienst zu besuchen, von dem Gottesdienst und dem Menschen zu lernen und u.U. anzunehmen, was
ich auch in meinem religiösen Leben positiv einsetzen kann.
Stock-Lother, 71 J
- wichtig, weil ich 24 Jahre zu Hause in Ökumene erzogen wurde. Mutter evangelisch, Vater katholisch.
NN, 60 J
- das Bemühen, dass aus der Gesundheit der Christen wieder eine Einheit wird.
- mit stärkerer Überzeugungskraft in unserer Zeit der Gleichgültigkeit, bisweilen Feindlichkeit gegenüber der evangelischen und katholischen Kirche, um als evangelischer und
katholischer Christ wirkungsvoller ein Segen für die Menschheit sein zu können.
Grassl, 66 J
- mit wachem Interesse zuhören und nachfragen
- offen sein mit sich und für Andere
- bereit sein, die eigenen Gewohnheiten und Selbstverständlichkeiten zu hinterfragen
- vor allem: Gemeinsames, Verbindendes zu suchen und zu finden.
Siebke 53 J
- der Versuch, die Einheit der Kirche wieder herzustellen
Siepert, 68 J
Ökumenische Bewegungsziele sind für mich die gemeinsame Suche nach Gott, Gotteserkenntnis und Gottesbegegnung, nach Wahrheit und vielleicht “Söhnung ”im Sinne einer Gotteskindschaft wie auch der Aussöhnung der Familienmitglieder mit unterschiedlichen Auffassungen.
Sarfeld 45 J 

Ich finde, dass der Kirchentag eine gute Sache ist, in erster Linie um die andere Religion besser kennen zu lernen. Ich freue mich darauf, andere Jugendliche kennen zu lernen und sie zu fragen, warum sie einer anderen religiösen Überzeugung sind als ich.
René, 16 J
Man muss die heutigen Kirchen mit neuen Aktualitäten und Gruppen der Jugend schmackhaft machen. Denn die Jugend ist die Zukunft, und da zu dieser Zeit die Erziehungsmethoden weniger religiös sind, muss man mit Spaß locken. Außerdem sollten
alle Religionen mehr Toleranz den anderen Religionen gegenüber zeigen.
Alice, 15 J
Die Zusammenarbeit zwischen katholisch und evangelischer Kirche zeigt, dass sich die
beiden Religionen nicht bekriegen sondern friedlich sind.
Andreas, 18 J
Meiner Meinung nach sollte die evangelische Kirche, vor allem aber die katholischen
Kirche, offener werden. Damit würden sie vielleicht mehr Jugendliche ansprechen. Unter offen stelle ich mir z.B. eine Atmosphäre und Musik wie in der Gospelkirche Nordamerikas vor.
Barbara, 14 J
Ich finde den Unterschied zwischen katholischer und evangelischer Kirche unsinnig ,
wir lesen aus derselben Bibel und haben dieselben Gebote. Die Tatsache, dass es außer
den Christen noch andere Religionen gibt, finde ich gut, da es anderes Denken zulässt.
Ich finde, die Religionen sollten sich gegenseitig respektieren.
Marie-Luise, 14 J
Ökumene zeigt für mich die Gemeinschaft zwischen den verschiedenen Kirchen. Man kann dies als Gemeinschaft wahrnehmen, ohne die alltäglichen Unterschiede.
Lisa, 16 J
Ich finde die Katholiken und Evangelischen sollten noch viel mehr miteinander machen.
Es ist wohl dumm, dass alles in Gruppen unterteilt ist. Wir sind alle Menschen.
NN, 14 J
Ich finde es gut und auch ganz normal, dass es viele und auch unterschiedliche Glaubensweisen gibt. Der Glaube dient dazu, dass Menschen sich besser verstehen, wozu sie
da sind und wie man in der heutigen Gesellschaft zusammenlebt. Alex 16 J
Ich finde es gut, dass es unterschiedliche Richtungen im christlichen Glauben gibt. Somit kann jeder seine Kirche finden.
Sarah, 18 J

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Stand: Herbst 2011 / 3. November 2008