1.2.2 Philippus-Kirche
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Philippus-Kirche - Hansaallee 300 

 

Kirchenbau Philippus-Kirche

Die in den fünfziger Jahren begonnene intensive Wohnbebauung im äußersten Westen des Stadtgebietes führte zu den Überlegungen, hier ein zweites Zentrum der Evangelischen Kirchengemeinde Oberkassel als weiteren Pfarrbezirk mit einer Predigtstätte, der Philippus-Kirche, sowie Kindergarten und weiteren Räumen für das Gemeindeleben zu schaffen. Ähnlich wie Anfang des 20. Jahrhunderts die Auferstehungskirche nicht in der Mitte, im Herzen Oberkassels, errichtet, sondern erst später Mittelpunkt der mittlerweile die Kirche umschließenden Bebauung wurde, verhielt es sich anfangs auch mit dem Zentrum der Philippus-Kirche. Es lag an der Grenze zu Oberkassel und dem Heerdter Industriegürtel, der sich längs der Hansaallee hinzog, und bildete so das Entree zum damals wachsenden neuen Lörick. Das alte bäuerlich-katholisch geprägte (Ur-) Lörick lag deutlich entfernt. Eingeweiht wurde die Philippus-Kirche als Abschluss des gesamtem Komplexes am 1. Advent 1964.
Zu diesem Zeitpunkt war die Wohnbebauung noch längst nicht abgeschlossen. Zeitgleich erfolgte auch der Beginn der Erschließung und Bebauung des zwischen Lörick und Oberkassel liegenden Gebietes "Am Seestern" mit z.T. 10 Stockwerken hohen Bürogebäuden. Auch hier ist ein Ende der Bautätigkeit noch nicht erreicht.
Einschneidend für die Bevölkerungsstruktur war 1969 die Eröffnung der Wohnanlage "Haus Lörick" und deren Erweiterung Mitte der 90er Jahre mit jetzt 500 Wohneinheiten für ältere Menschen. Hinzu kam 1995 in unmittelbarer Nachbarschaft, ebenfalls seit Jahrzehnten im Bebauungsplan projektiert, ein Alten- und Pflegeheim. Der Stadtteil Lörick hat auf den gesamtstädtischen Durchschnitt bezogen den höchsten Bevölkerungsanteil älterer Menschen einschließlich der Hochbetagten, was wiederum Einfluss auf die Angebote in diesem Gemeindezentrum hat. Die Wohnbebauung hat sich in den letzten beiden Jahrzehnten näher an das "Dorf" Lörick herangeschoben, wobei der Anteil an Einfamilienhäusern deutlich ist. Es ist zu erwarten, dass bisher landwirtschaftlich genutzte Fläche künftig für eine entsprechende Bebauung ausgewiesen wird und die Wohnbevölkerung weiterhin zunehmen wird.
Dies ist nicht zuletzt auf massive Bürgerproteste in Lörick in den Jahren 1996-1998 gegen eine intensive gewerbliche Nutzung des entsprechenden Gebietes zurückzuführen, der sein Forum im Gemeindesaal der Philippus-Kirche hatte.


"Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt"

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Bilder: Alexander Schwabauer pk0205.jpg (47802 Byte) pk0206.jpg (37100 Byte)


In der Tat hat das Kirchenschiff einen Bug, der scheinbar durch Wasser gleitet und ein Heck. Viel Glas in der Kirche und im gesamten Gemeindezentrum schafft eine interessante Transparenz. Fast alle Räume haben großzügige Fensterfronten und Ausgänge zur innenliegenden Terrasse, Wasserfläche und Garten. Als Reminiszenz an längst vergangene Tage stahlverarbeitender Industrie direkt vor der Kirche sind beide von dem Mataré-Schüler Friedrich Werthmann gestalteten Türen aus Chrom-Nickelstahl zu sehen, die einen Kontrast zur Glasfront bilden. Überragend und weithin sichtbar ist der 37 m hohe Turm mit vier Glocken.

„Komm und sieh!“ ruft die 4., tiefste Glocke unseres Geläuts. Mit diesen schlichten Worten bringt der Jünger Philippus einen anderen Menschen zu Jesus (Johannes 1,46). Das ist auch der Sinn dieser Kirche und des Gemeindezentrums: zu helfen, dass Menschen zu Jesus gebracht werden..

Entsprechend haben auch die drei höher gestimmten Glocken unseres 37m hohen Kirchturms ihre Inschriften bekommen: „Ich bin der Weg“, „Ich bin die Wahrheit“, „Ich bin das Leben“ (Johannes 14,6).

Das Kirchengebäude wurde entworfen vom Düsseldorfer Architekten Hanns Junghans und am 1.Advent 1964  eingeweiht

Die Philippus-Kirche entspricht dabei dem Grundriss eines Schiffes, links (und ehemals auch rechts) von einem Teich  begrenzt. Die Gemeinde  (=Mannschaft) sitzt dabei im Halb-rund um Jesus Christus, den Steuermann: Das Gestühl ist ausgerichtet auf das Kreuz, darunter die Kanzel, davor der Abendmahlstisch. Über all dem wölbt sich ein „Sternenhimmel“ aus Lampen.

Das Taufbecken ist aus ähnlichem Material wie die Chrom-Nickel-Eingangstüren der Kirche. Diese beiden mächtigen Türen wurden vom Düsseldorfer Künstler Friedrich Werthmann gestaltet und erinnern schon durch die Herstellung beim früheren Gussstahlwerk Böhler an Lörick als ehemaligen Stahlstandort.

Zur Ehre Gottes spielt eine zweimanualige Orgel mit 23 Registern der Firma Beckerath aus Hamburg.

 

„Eine-Welt-Leuchter“

Das Licht an diesem Leuchter wurde am Ernte- Dank-Tag 1995 erstmals entzündet. Die Tradition stammt aus Schweden, ursprünglich sollte an die hungernden Menschen in der sog. „Dritten Welt“ gedacht und ihnen mit einer Spende geholfen werden. Aber Gott gehört die ganze Welt, und in dieser einen Welt will Sein Licht überall scheinen. Wenn Sie ein Teelicht an der Kerze in der Mitte anzünden, wird dadurch deutlich:

Gottes Licht erleuchtet unsere Herzen, und wir geben es weiter und tragen es in die Welt.

Das Kreuz  oberhalb der Weltkugel und das griechische Christus-Monogramm (X=CH und P=R) erinnern dabei an den gekreuzigten und auferstanden Gottessohn, der die Welt hält und beherrscht.

Geschaffen hat diesen Leuchter Lothar Fischer aus dem benachbarten Mönchenwerth.

 

Die Philippus-Kirche wurde in 2004 "40 Jahre" alt

So feierten wir das Jubiläum  -  40 Jahre Philippus-Kirche
um den 1. Advent 2004

-Freitag Abend, 26.11.04, 20 Uhr, „Kabarett der LutherRatten“ Sie kamen mit ihrem aktuellen Programm „Die Steuerzangenbowle“. Der Eintritt war frei - aber natürlich freuten wir uns über Spenden zur Finanzierung des Programms. In einer Pause und im Anschluss wurden Getränke angeboten. 
-Samstag Nachmittag, 27.11.04, Begegnungsfest von 15 - 18 Uhr: Gemeindeglieder, Mitarbeitende von damals und heute konnten manche Erinnerung austauschen. Aufführungen, Fotoausstellung mit 1. Preis haben zum Gespräch angeregt.
-Sonntag Morgen, 28. November 2004, 10 Uhr, Festgottesdienst Pfarrer Dietrich, Pfarrer Weßler und Pfarrer Rischer haben ihn gestaltet, der Projektchor hat gesungen. Anschließend gab es einen Empfang im Saal.
-Sonntag Nachmittag, 28. November 2004, 17 Uhr, Konzert zum Advent- 10 Jahre Löricker Bläserkreis. Der Eintritt war wieder frei, Spenden am Ausgang waren erbeten.
Wir freuten uns im Gemeindezentrum Philippus-Kirche auf Sie und Euch! Komm und sieh! - auch in der kommenden Zeit.

Die Festschrift ist fertiggestellt.

 

Die Entwicklung der Kirchenmusik an der Philippus-Kirche

Erster Kirchenmusiker war Wolfgang Brüll aus dem Kreuzchor in Dresden. Er initiierte den Gemischten Chor, in dem beispielsweise anfangs die Familien Seelbach und Petzold mitsangen.

1961 kam Irene von Dewitz, geborene Petersmann, als Sachwalterin für Musik an die Philippus-Kirche. 1966 wurde ihre Stelle auf Grund des Umfangs von einer C-Stelle zu einer B-Stelle erhoben. Im gleichen Jahr zogen Irene und Werner von Dewitz ins Mitarbeiterhaus, etwas später wurden die Kinder Katharina und Christian geboren.
Der gemischte Chor erfreute die Menschen monatlich im Gottesdienst. Dazu kamen sogenannte geistliche Abendmusiken, die sich zu Konzerten entwickelten. Unter anderem wurden a- capella-Werke wie die Passionen von Heinrich Schütz gesungen.
1974 gründete Frau Irene von Dewitz ein Laienorchester, das spätere „Löricker Kammerorchester“. Es begleitete bald die Kantatengottesdienste, Konzerte wurden an schönen Sommerabenden gegeben. Für das vergrößerte Orchester und den gewachsenen Chor baute das Friedrich-Naumann-Haus schließlich Podeste. Nun konnten Schubert- und Mozartaufführungen stattfinden, Anfang der 90er Jahre die musikalischen Schütz - Exequien. Höhepunkt war in der Adventszeit 1996 die Aufführung des Weihnachtsoratoriums von Joh. Seb. Bach, Teile 1-3. Manches Konzert wurde auf Chorfahrten, zum Beispiel in Rengsdorf, vorbereitet.

1966 begründete Frau v. Dewitz zwei Kinderchorgruppen mit bis zu 80 Kindern. Unvergessen die Aufführungen von „Zirkus Troll“, „Max und Moritz“, „Till Eulenspiegel“ oder Hindemiths „Unsere kleine Stadt“. Bis in die Mitte der 90er Jahre leitete sie den Kinderchor. Mancher Sänger, manche Sängerin ging daraus für den Erwachsenenchor hervor.
Neben ihrer kirchenmusikalischen Arbeit wirkte Frau von Dewitz mit ihrem Mann Werner in der Partnerarbeit mit der ehemaligen DDR, leitete den Basarkreis, später den Trödelmarkt, gründete mit Eltern der Kinderchorkinder den Besuchskreis. 
Vertreten wurde sie durch Friedemann Becker, Klaus Peter Bruhn, Wilhelm Heidemann. Friedemann Becker spielt bis heute regelmäßig die Orgel bei den Gottesdiensten in Haus Lörick.
1998 ging Irene von Dewitz in Rente und betreut seitdem nebenamtlich die Kirchenmusik an der Büdericher Bethlehemkirche. Das Orchester probt inzwischen auch dort.

Seit 1994 leitet Wolfgang Rodewies ehrenamtlich die Bläserkreisarbeit und betreibt geduldig den Aufbau von der Gemeinschaftsgrundschule Wickrather Straße her, an der er Konrektor ist. Welch Freude, als nicht nur in der Partnergemeinde Schlenzer Trompeten, Posaunen und Hörner regelmäßig im Gottesdienst erklangen! Unterstützt wird der Schülerkreis von einigen Erwachsenen. 2003 gab es ein erstes größeres Konzert. Tradition ist die Begleitung bei Erntedankfest und Krippenspiel sowie die Einstimmung in das Mitarbeiterfest.

Aber auch bei St. Martinsumzüge zieht der Löricker Bläserkreis durch Lörick und Oberkassel oder spielt an den unterschiedlichsten Stellen im Advent- selbst schon auf dem Boot des Schifffahrtspfarrers im Hafen. Ein weiterer Höhepunkt ist immer das Turmblasen von der Auferstehungskirche Heilig Abend um Mitternacht.

Bläserkreise
im Gemeindesaal
freitags 16.30 + 17.30 Uhr
Leiter: Wolfgang Rodewies, Tel.: 596 12 11

Anfang 1998 bis Mitte 2000 hatte Sven Schneider eine halbe B-Stelle an der Philippus-Kirche inne. Mit Schwung begleitete er an der Orgel die Gottesdienste, leitete den Kirchenchor weiter, neue Frauen- und Männerstimmen wurden gefunden. Auch hier wurden Chorfreizeiten durchgeführt. Die gesungene Literatur wurde um Gospels erweitert.
Mit interessierten ehemaligen Konfirmanden gründete er dann einen Gospelchor, der eine andere Fröhlichkeit in die Gottesdienste brachte. Nach seinem Weggang löste sich dieser Kreis auf, fand aber später wieder neu zusammen als Jugend- Gospelchor, der jetzt ein musikalisch anspruchsvolles Repertoire beherrscht und damit die Gemeinde an der Auferstehungskirche und der Philippus-Kirche erfreut.

Altkantor Klaus-Peter Bruhn begleitete kirchenmusikalisch ein Dreivierteljahr die Gemeinde an der Orgel und leitete den gemischten Chor vom Sommer 2000 bis Frühjahr 2001. Dann folgte die koreanische A -Musikerin Sun-Ah Kim, die mit 10 Stunden nebenamtlich auf einer C-Stelle die Orgel spielte und den gemischten Chor mit Charme weiter führte.

2001 rief Presbyter Joachim Tintemann die Orgelkonzertreihe „markt & orgel“ ins Leben. Monatlich am Samstagmorgen um 11 Uhr, parallel zum Markt, spielen Organisten eine gute halbe Stunde auf der Beckerath-Orgel je nach Thema unterschiedliche Werke von Klassik bis Pop.

Nun hat das Presbyterium ein neues kirchenmusikalisches Konzept entworfen.
Ein A-Musiker ist verantwortlich für die kirchenmusikalische Arbeit an den Zentren Auferstehungskirche und Philippus-Kirche. Unterstützt wird er dabei von einem nebenamtlichen C-Musiker (Organistenstelle) und von verschiedenen nebenamtlichen Kräften.
In der Adventszeit 2002 wurde Kantor Thorsten Göbel in sein Amt eingeführt, der mit Elan und Feingefühl seine kirchenmusikalische Vorstellung angeht. Unterstützung fand er von Herbst 2003 bis Juli 2005 in Masumi Yamamoto.
Der gemischte Chor wandelte sich zu einem Frauenchor und bereichert die Liturgie in unseren Gottesdiensten. Beim Festgottesdienst zum 40jährigen Bestehen der Philippus-Kirche am 1. Advent 2004 sang der Frauenchor als erweiterter Projektchor alter Form.

Seit 2002 gibt es auch wieder einen Kinderchor. Thorsten Göbel begründete ihn neu. Seit Herbst 2003 wird er durch Frau Ulrike Jendrek geleitet. Er sang schon in Gottesdiensten, trat zu verschiedenen Anlässen auf (Sommernachtscafé, Herbstfest, Oberkasseler Caféhaus).

Kinderchor
im Gemeindesaal
donnerstags, 16.00 – 17.00 Uhr
Leiterin: Ulrike Jendrek, Tel.: 59 49 24

Kantor Thorsten Göbel ermöglicht, dass die Kirchenmusik in unserer Gemeinde auch weiterhin auf einem hohen Stellenwert gepflegt wird. Die vorhandenen Möglichkeiten und die verschiedenen Interessen aus der Gemeinde werden dabei stets berücksichtigt. Auf diese Weise verwirklicht sich der stete Wunsch der Gemeinde, dass Kirchenmusik die Basis der Gemeinde stärkt und Menschen zusammenführt.

Zu besonderen Gottesdiensten organisiert Kantor Thorsten Göbel zusätzliche Kirchenmusiker, die zum Beispiel mit Klarinette, Querflöte oder als Sänger/In die Gottesdienste musikalisch bereichern.
Musikalisch anspruchsvolle Literatur, große Chorwerke singt die Kantorei Oberkassel. Das Singen im Gottesdienst nimmt dabei einen gleichen Stellenwert ein, wie die Aufführung großer geistlicher Konzerte und Oratorien. Mit der neuen Kirchenmusik- Konzeption wurde die Auferstehungskirche zur musikalischen Schwerpunktkirche in unsere Gemeinde benannt.

Kantorei Oberkassel
im Festsaal Auferstehungskirche
montags, 19.45 – 22.00 Uhr
Leiter: Thorsten Göbel, Tel.: 558 23 22



Michael Rischer

 

 

 

 

 

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Stand: 11. Juli 2007