Die Kirchentüren
sind wieder kupfern. (Dezember 2004)
Mai 2004: Sanierung der Stahlträger im
Eingangsbereich der Kirche
Die verrotteten Eisenträger unter den Stufen der
Kirchentüren müssen saniert werden. Hier
sehen Sie Bilder.
Eine Renovierung der Kirche geschieht ab
Juni 2003.
Bilder der Bauschäden finden Sie hier: Bilder,
Bilder der Kirche hier: Auferstehungskirche.
Die Bilder von der Renovierung des Kirchenraumes finden Sie hier:
Renovierung.

Informationen zum Orgelbau
in der Auferstehungskirche nach Mausklick!
Kirchenbau Auferstehungskirche
Auszüge aus der Festschrift zum 75 jährigen Jubiläum der Kirche
Überragt wird Oberkassel nach wie vor von seinen beiden Kirchen. Auf dem Barbarossaplatz im Zentrum des Stadtteils steht die neuromanische St. Antonius-Kirche mit ihrem seit Ende der 1950er Jahre leider sehr viel niedrigeren Turmpaar. Und ein Stück nordwestlich davon ragt die eigenwillige Silhouette der durch Neubarock und späten Jugendstil geprägten Auferstehungskirche mit ihrem asymmetrisch angeordneten achteckigen Kuppelturm über die Dächer.
Die Auferstehungskirche
Nur eine halbe Generation hatte dieser Stadtteil Zeit, seine Gestalt zu finden. In dieser kurzen Zeit bildete sich auch die Gemeinde und baute ihre Kirche.
1898 wurde die Rheinbrücke eingeweiht. Und 1914 begann schon der 1. Weltkrieg. Bereits 1904 hatte Oberkassel mehr Einwohner als Heerdt. 1914 hatte es an die 10.000 Einwohner. Und um diese Zeit war die Bevölkerung einer wachsenden Großstadt nicht mehr so homogen wie früher. Es zogen also auch viele evangelische Bürger in die neu entstehende Wohnstadt in der Rheinschlinge, die zunächst ja noch zur Bürgermeisterei Heerdt gehörte, deren wenige evangelische Einwohner zur Kirchengemeinde Neuss gehörten. Und diese unterstand dem Superintendenten in Rheydt.
In Neuss hatte Napoleon der wiedererrichteten evangelischen Gemeinde das einschiffige, gotische Kirchlein des aufgehobenen Augustinerklosters Marienberg, nordöstlich des Münsters auf dem Abhang zur Erft gelegen, zugeteilt. Für einen Oberkasseler Neubürger ergab sich anfangs die groteske Situation,
dass er über den Rhein hinweg die Düsseldorfer Glocken hören konnte und über die Brücke einen kurzen Kirchweg gehabt hätte. Aber er gehörte kirchlich zu Neuss. Düsseldorf war Stadt hinter dem Strom.
Mühsam war der Weg den die evangelischen Bürger Oberkassels bis zur Verselbständigung ihrer Kirchengemeinde zu gehen hatten. Zunächst bekam der für das weite Umland der Neusser Gemeinde eingesetzte Hilfsprediger seinen Dienstsitz in Oberkassel angewiesen. 1903 wurde in einer Schulklasse Gottesdienst gehalten. 1904 bekam Heerdt-Oberkassel ein vorläufiges Presbyterium innerhalb der Gesamtgemeinde Neuss. Im gleichen Jahr weihte man in Oberkassel eine Interimskirche, denn auch die Grundstücksverhandlungen für einen Kirchenbau waren bisher erfolglos. Der Stübben-Plan für Oberkassel hatte zwar auf dem Barbarossaplatz den Bau einer evangelischen Kirche vorgesehen. Aber die Gemeindeverwaltung Heerdt war gegen eine weitere Bebauung des Platzes. Auch um ein Grundstück an der Nordwestecke des Barbarossaplatzes schlugen die Verhandlungen fehl. Erst 1907 wurde der Kirchengemeinde ein Grundstück in dem damals noch wenig bebauten Nordteil Oberkassels geschenkt.
Nach zwei vergeblichen Versuchen wurde schließlich am 1. April 1906 der langgehegte Wunsch nach Selbständigkeit der Kirchengemeinde Heerdt-Oberkassel Wirklichkeit. Inzwischen waren in der jungen Gemeinde viele Vereine und andere Gruppierungen entstanden. Aber es fehlte ihnen allen an geeigneten Räumen, um ihre Aktivitäten zu entfalten. Seit 1905 gibt es auch einen Kirchenbauverein.
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Zu dieser Zeit war der junge Friedrich Meyer Hilfsprediger in Oberkassel. Als die Gemeinde selbständig geworden war, wurde er als ihr erster Pfarrer gewählt. Sein Vater, Pfarrer in Barmen, stand damals wie sein Sohn ebenfalls vor Kirchenbauproblemen: Seine Gemeinde Wupperfeld wuchs damals so stark,
dass sie 1906 einen Architektenwettbewerb für ihre vierte Kirche ausschrieb, die 1911, drei Jahre vor Oberkassel, fertiggestellte Lutherkirche. Hier wie dort gab es ähnliche Probleme und Auffassungen. Eine junge Kirchengemeinde, die sich inmitten neu entstehender Besiedlung bildete, mit wachem Sinn für tätige Nächstenliebe, stand den neuesten Tendenzen des Kirchenbaues offen gegenüber. Deshalb schrieb man hier wie dort den Wettbewerb nach den neuesten Tendenzen für eine gruppierte Kirchenanlage aus.
Zu den Vorkämpfern dieser Richtung gehörten die Architekten Otto March aus Charlottenburg und Friedrich Pützer aus Darmstadt. Pützer wurde ins Barmer Preisgericht berufen, March und Pützer saßen in der Jury für die Oberkasseler Kirche.
Öffentlicher Wettbewerb der ev. Kirchengemeinde Heerdt-Oberkassel
zur Erlangung von Vorentwürfen zu dem Neubau einer Kirche nebst
Pfarrhaus und Gemeindehaus zu Düsseldorf-Oberkassel
§ 3
Die Kirche soll außer den Plätzen auf der Sängerempore etwa 750 Sitzplätze enthalten, von denen ein Drittel auf die Emporen entfallen können. Für den Sitzplatz ist eine Breite von 0,50 m und eine Tiefe von 0,85 m zu rechnen. Bänke mit mehr als 8 Sitzen müssen von beiden Seiten zugänglich sein, solide mit mehr als 14 Sitzen sind ganz zu vermeiden. Alle Plätze sind so anzuordnen,
dass von ihnen ein ungehinderter Ausblick auf den Prediger wie auf den Liturgen möglich ist. Säulen sollen deshalb tunlichst vermieden werden.
§ 4
Die Anordnung von Altar und Kanzel bleibt dem Architekten überlassen; die Orgelbühne soll dem Altar gegenüber liegen. Der Altar
muss freistellend sein und umschritten werden können. Im Anschluss an die Orgel ist eine Sängerbühne für ca. 80 Sänger vorzusehen mit Klappsitzen von 0,46 m Breite und 0,72 m Tiefe.
§ 5
Für die Sakristei ist ein Raum von etwa 25 qm mit diebessicherem Schrank vorzusehen; ferner ist ein
Geräteraum anzuordnen. In der Nähe des Haupteinganges und der Sakristei sind Aborte anzubringen.
§ 6
Die Eingangstüren dürfen nicht von außen direkt in den Kirchenraum führen.
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Die Ausschreibung vom 10.November 1911 enthält in 27 Paragraphen alle wesentlichen Punkte, die unsere Auferstehungs-Kirche zu einem Neuanfang im Kirchenbau werden ließen.
"Heimatkunst" war das Kennwort, das die Architekten dem Modell für den Wettbewerb im April 1912 mit auf den Weg gaben. "Niederrheinische Backsteinarchitektur" nannte das Preisgericht diese Stilform. Das christliche Kunstblatt für Kirche, Schule und Haus, dem wir dieses Foto des Wettbewerbmodells verdanken, urteilt 1913: Im Gegensatz zu dem neuen imponierenden Bau der dortigen katholischen Kirche betont dieser Bau den Charakter des traulichen, familiären Gemeindehauses.
Schon 1895 hatte Otto March "den gruppierten Bau von Kirchen" angeregt und auf einer Berliner Kirchenbauversammlung das Projekt für ein Gemeindehaus auf einem Eckgrundstück vorgelegt, das ein vielfältiges Programm an diakonischen Einrichtungen, Gemeinderäumen und Wohnungen um einen im ersten Stock auf die Winkelhalbierende des Eckgrundstückes ausgerichteten Kirchenraum und einen dahinterliegenden Innenhof herum so kompakt, wie es damals in Berlin erlaubt war, gruppierte. Ein Glockenturm auf der Ecke und reiches neuromanisches Dekor ließen zwar den Betrachter zunächst an eine Kirche denken, obgleich March selbst einräumte, ein solcher Entwurf sei nicht mehr als Kirche im hergebrachten Sinne zu betrachten. March untermauerte seine Auffassung gleichzeitig in zwei vielbeachteten Aufsätzen mit den baulichen Anforderungen, die sich zwingend aus de 'm Verständnis der Gemeinde nicht nur als Glaubensgemeinschaft, sondern auch als sozial-diakonische Hilfs- und Handlungsgemeinschaft ergäben.
March stieß mit seinen Anregungen auf geteilte Zustimmung. Zwar war man jetzt öfters dazu bereit, kirchliche Bauprogramme um neue Punkte zu erweitern. Man scheute sich aber, den eigentlichen Kirchenraum
allzu sehr mit dem Bauvolumen dieser neuen Programmpunkte zu verquicken, um seinen sakralen Charakter nicht zu beeinträchtigen. Höchstens bei kleineren Bauprogrammen war man dazu bereit. Die Entwicklung lief auf einen
Kompromiss hinaus: Das Kirchengebäude stellte man auch weiterhin frei. Nur im Sockelgeschoss
war man bereit, Teile des weiteren Raumprogramms unterzubringen, folglich auch, die Gemeinde über ein Treppenhaus in den Kirchenraum zu leiten. Die übrigen Baukörper verband man mit der Kirche durch Gänge: Statt kompakter Massierung eher lose Addition. So baute March auch 1902 sein preisgekröntes Projekt für eine reformierte Kirche in Osnabrück. (Pützer bekam ebenfalls Kontakt zum Rheinland: Nachdem er in Barmen und Oberkassel als
Wettbewerbspreisrichter fungiert hatte, baute er in Benrath seine 1915 fertiggestellte Dankeskirche.)
In vielen Punkten stimmen das Barmer und das Oberkasseler Wettbewerbsprogramm überein. Beide Gemeinden wollten ein fortschrittliches Bauprogramm verwirklichen. Man weiß noch von Einreden des Kgl. Konsistoriums in Koblenz, die Oberkasseler Gemeinde möge doch, anstatt ihr Geld für solch teuren Wettbewerb zu verausgaben, einen bereits bewährten Baumeister beauftragen. Aber der Wettbewerb lief seinen Weg: 116 Arbeiten wurden eingereicht. Das Preisgericht
prämierte 1912 den unter dem Kennwort "Heimatkunst" eingereichten Entwurf der- Düsseldorfer Architekten Rudolf Wilhelm Verheyen und Julius Stobbe. Einstimmig nahm das Presbyterium diesen Entwurf an und beauftragte das Architektenbüro Verheyen & Stobbe mit Planung, und Bau. Am 11. März 1913 geschah der erste Spatenstich. Am
Himmelfahrtstag, dem 21. Mai 1914, wurde die Kirche geweiht.

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Links, im Nordwesten, steht das sechsachsige, zweistöckige Gemeindehaus, in dessen hohem
Erdgeschoss ursprünglich ein Saal lag der aber zur Zeit in Gemeindebüros geteilt ist (Dieser Saal ist 1989 wieder hergestellt worden; daneben liegen ein Gemeinderaum und ein Probenraum für die Kantorei, sowie der Clubraum der Kantorei.), dessen
Obergeschoss Wohnungen birgt (seit 1989: Gemeinde~ und Büroräume im 1. OG und Wohnraum im 2. OG). Im rückwärtigen, zentralen Anbau lagen im
Untergeschoss die Kleinkinderschule (seit langem als Jugendräume genutzt), zu ebener Erde zwei Konfirmandenräume.
Zentrum der Anlage ist der kurzrechteckige, liegende Quader des eigentlichen Kirchenraumes, dessen Stirnwand im rechten Winkel zur Front des Gemeindehauses liegt. Zwei gleichgestaltete Eingänge weisen durch die innenliegende Vorhalle in die beiden seitlichen Gänge zwischen den Bankfeldern. Einen Mittelgang gibt es nicht. Also auch kein Mittelportal. Man hat von innen nach außen gebaut. Unter dem Kirchenraum, dessen Boden von der Höhe des angehobenen Vorplatzes leicht zum Altarraum abfällt, ist das verbleibende Volumen bis zu dem auch hier unter der Straßenkrone liegende Gelände für den großen Gemeindesaal genutzt. Man kann also durchs Freie, über die kurze Vorplatztreppe, das Kirchenportal erreichen, ohne im Inneren des Baukörpers ein
Geschosstreppenhaus durchsteigen zu müssen. Saal und Kirchenraum bekommen nur über die beiden Seiten durch vier Fensterachsen ihr Tageslicht. In der Höhe des Kirchenraumes bestehen diese Fenster aus waagerecht schließenden, durch einen Werksteinpfosten geteilte Rechtecke, über denen je ein flacher Segmentgiebel in die Trauflinie einschneidet, die Kirchenkörper und Gemeindehaus umziehen.
Es ist die Zeit, zu der in den evangelischen Kirchenbau im Rahmen des Heimatstils gern Elemente des Wohnlichen übernommen werden, die früher nie im Kirchenbau zu finden waren, wofür es vor allem im bergischen Neubarock Beispiele gibt. Und man weiß auch noch,
dass Pastor Friedrich Meyer bei seiner Einweihungspredigt die Gemeinde als große Familie in ihrer neuen Wohnstube willkommen hieß.
An der Nordostecke des Kirchenbauwerks, zwischen dem Seitenflügel der Wandelhalle und der (früheren) Taufkapelle erhebt sich der asymmetrisch eingefügte achteckige Kirchturm mit 43 m Höhe. Über dem Uhrengeschoß befindet sich eine Galerie, die nicht nur einen prachtvollen Rundblick ermöglicht, sondern von der aus an jedem Heiligen Abend gegen Mitternacht Turmbläser für viele, auf den Straßen darauf wartende Menschen weihnachtliche Choräle erklingen lassen.
Die Stadtglocken, gegossen im Bochumer Verein, läuteten am 20.05.1914 den Himmelfahrtstag ein von 19 bis 20 Uhr.
Die drei Glocken des Geläutes sind aus Gussstahl angefertigt und in den Tönen C-Es-F der internationalen Stimmung gehalten. Die Glocke C mit der Inschrift "Ich bin die Auferstehung und das Leben" hat einen Durchmesser von 1673 mm und wiegt etwa 1900 kg, die Glocke Es,
"Sursum corda", misst 1430 mm und wiegt 1200 kg, während die kleinste Glocke F, "Sola fide", 1333 mm Durchmesser und ein Gewicht von etwa 1100 kg hat. Das Zubehör (Klöppel, Achse,
Zahnkranzrolllager usw.) wiegt zusammen etwa 1250 kg. Der Glockenstuhl ist aus Schmiedeeisen konstruiert.
Die Glockennamen hat die Frau des damaligen Kirchmeisters, Maria Benedicta vom Endt, geborene Dammeyer, vorgeschlagen.
Nicht mit Schiefer, wie es bei Monumentalbauten unserer Gegend Tradition ist, wurde das Dach der Auferstehungskirche eingedeckt. Auch hier schlug der Bürgerhaus-Heimatstil durch: Für die gesamte Baugruppe wählte man die hierzulande im Hausbau traditionellen Hohlziegel, aber in einer grünglasierten Variante. So entstand ein raffinierter Farb~ und Strukturgegensatz zwischen dem dunkelroten Klinkermauerwerk und dem grünschimmernden Pfannendach. Merkwürdig steil erscheint das ohnehin hohe Kirchendach: Seine beiden Flächen laufen nicht in einem First zusammen, sondern werden durch ein mittleres, flaches Segmenttonnen-Dach voneinander getrennt. Es wird durch zwei Reihen kleiner Dachfenster gegliedert. An der Eingangsseite stoßen hinter dem Giebel die Treppenhäuser für die Emporen vor, deren linkes vom Anschnitt des Gemeindehauses verdeckt wird.
Auf der südlichen Längsseite ist der vertiefte Vorhof des unter der Kirche liegenden großen Gemeindesaales durch ein reizvolles, von Arkaden umzogenes Atrium umschlossen, in dessen Seitenflügeln die Abgänge zum Gemeindesaal untergebracht sind. An der Rückseite, die wie die Südseite gegen den achteckigen Turm aufläuft, lehnt sich ein Anbau, in dem die Sakristei und die ehemalige Taufkapelle liegen.
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Im Nordosten, dem Turme gegenüber, beginnt ein Verbindungsbau zwischen Kirche und Pfarrhaus, in dem ein Vorzimmer und das durch einen Erker betonte Amtszimmer des Pfarrers liegen. Das quadratische, zweistöckige
Pfarrhaus, von einem Mansard-Zeltdach abgeschlossen, ist gegen Kirche und Gemeindehaus nach Nordosten in etwa einem 35°-Winkel zur Kirchenrückwand
verkantet: Hier sollte die heute von Süden in die Quirinstraße einmündende Bardelebenstraße weiterverlaufen und einen Knick beschreiben. In dieser für malerische städtebauliche Wirkungen so sensiblen Zeit war dieser Knick den Architekten willkommen, um ein weiteres Motiv in die ohnehin schon so reiche Baugruppe einzubringen. Heute steht das Pfarrhaus inmitten des erweiterten Kirchengrundstückes.
In diesem Haus befinden sich neben Wohnung und Büro für den Pfarrer/die Pfarrerin auch mehrere andere Wohnungen. Wie bereits beim Kirchengebäude lassen auch hier viele Details Anklänge an den späten Jugendstil erkennen.
Der Innenraum der Kirche sollte laut Wettbewerbsprogramm 750 Sitzplätze fassen, davon maximal ein Drittel auf Emporen. Er sollte stufenfrei sein. Die Orgel sollte Kanzel und Altar gegenüber liegen. Glücklicherweise ist auch dieser Innenraum weitgehend im Charakter der Bauzeit erhalten geblieben.
Die drei ebenerdigen, von zwei seitlichen Gängen erschlossenen Bankfelder sind nicht, wie es in den breiten Kirchenräumen jener Zeit gern getan wurde, im
Grundriss gekurvt oder in den Seitenfeldern schräg gestellt. Sie sind alle quer zur Tiefenachse angeordnet. Der Fußboden hat Gefälle zum Altarraum.
Aus Eiche, wie die Bänke mit ihren geschnitzten Wangen, wie auch Altar und Kanzel, ist die Wandvertäfelung, die das Raumbild stark mitprägt, gefertigt. Sie bedeckt völlig die niedrigen Wände, die unter den drei Emporen mit ihren ebenen Untersichten verbleiben. In den Fensterachsen treten Heizkörperverkleidungen vor, über denen niedrige dreigeteilte Innenfenster liegen, die ursprünglich in den Opalgläsern der oberen Fenster ausgeführt, seit 1939 durch reiche, figürliche Glasbilder ersetzt worden sind. Für deren Durchführung hatte der alte Maler Rüter seinen Schüler, Kunstmaler- Walter Putfarken, vorgeschlagen, der mit den beiden Gemeindepfarrern Auswahl und Reihenfolge der Bildgestaltung festlegte.
Taufstein: Auf den Symbolen der vier Evangelisten - nach Offenbarung 4,7 - ruht das große Taufbecken aus Bronze: Entwurf und Ausführung Bernhard Förster Düsseldorf-Oberkassel. Die
Evangelistensymbole: Mensch = Matthäus, Löwe = Markus, Stier = Lukas, Adler =
Johannes.
Glasfenster: Walter Putfarken vollendete die Reihe der Glasfenster unter der Empore in den fünfziger Jahren. In den zwanziger Jahren wurden nur das Abendmahlfenster zwischen den Eingangstüren und drei Seitenfenster fertig.
Aus den niedrigen Seitenzonen unter den Emporen geht die Wandvertäfelung in gleicher Höhe weiter in den hohen Altarraum über, wo sie die Funktion eines Sockels übernimmt. An der Stirnwand läuft sie beiderseits gegen die erhöhte, leicht konkave und von niedrigen Voluten.
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Der obere, größere Teil der je vier hochrechteckigen Seitenfenster wirft sein Licht in die seitlichen Emporenräume, die von hellen Wänden und waagerechten Deckenfeldern abgeschlossen werden. Die Emporenbrüstungen sind massiv. Über der westlichen Vorhalle liegt im Rücken der Gemeinde eine Orgel- und Sängerempore. Die ursprüngliche Orgel, deren gehäuseloser Prospekt die verbleibende Westwand weitgehend bedeckte, wurde 1962 durch eine kompakte, mechanische Orgel ersetzt. Auch über der Orgelempore verjüngt sich, wie über dem Altarraum, das mittlere Tonnengewölbe, das über dem Gemeinderaum durch zarte Stuckrippen gegliedert ist. Zwischen diesen Stuckrippen hatte Heinrich Rüter schon während der Bauzeit Engelfriese gemalt. Sie sind aber bei einer durchgreifenden Innenrestaurierung 1954 durch den Maler und Restaurator Putfarken durch neue Engelfiguren ersetzt worden. Auch die dekorativen Motive und die Inschriftenfriese über den beiden Unterkanten der Tonne sind damals neu gemalt worden. Die dekorative Malerei an den Emporenbrüstungen dagegen entfiel. Aber auch das Rütersche Christusbild über der Kanzel ist damals weitgehend überarbeitet worden.
Die Oberkasseler Auferstehungskirche ist ein bedeutendes kunsthistorisches, aber auch religiöses geschütztes Baudenkmal.
nach Professor Dr. Ing. Klaus Pfeffer, Architekt

Vielen schon lange ein Dorn im Auge: die Qualität und das Aussehen des Innenraumes der Auferstehungskirche.
Im Jahr 2003 wurde
die Auferstehungskirche einer Renovierung unterzogen.
Die Wandflächen wurden gesäubert oder neu gestrichen, die Ornamentik wurde
gesäubert, die elektrischen Leitungen (aus 1914) und Lampen wurden erneuert, die Lüftung
wurde verbessert, die Fenster wurden überholt. Am 20. Mai 2004, zum
90jährigen Kirchweihjubiläum am Himmelfahrtstag wurde in der Kirche mit neuer Orgel, sauberen Wänden, sicheren Elektroleitungen
und neuem Licht ein Festgottesdienst gefeiert.
Bilder
der Bauschäden sind hier: Bilder.
Die Bilder von der Renovierung des Kirchenraumes finden Sie hier:
Renovierung.
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BAUDENKMAL
AUFERSTEHUNGSKIRCHE
DÜSSELDORF-OBERKASSEL
ERBAUT 1913 / 1914
Herausgeber: Rudolf E. Wehrmann, Düsseldorf-Oberkassel
zum „Tag des offenen Denkmals 2005“
Geschichtliches
Oberkassel gehörte bis 1908 zur Bürgermeisterei Heerdt und war ab 1839 über
eine Schiffsbrücke, ab 1898 durch eine feste Brücke mit Düsseldorf verbunden.
Nach Errichtung der festen Brücke und Eingemeindung (1909) nach Düsseldorf
nahm die Bevölkerung sprunghaft zu, sowohl als Zuwanderung aus dem Düsseldorfer
Stadtgebiet als auch aus den preußischen Kernlanden. Das führte auch zu einem
deutlichen Zuwachs der evangelischen Bevölkerungsanteils. Die evangelischen Bürger
waren anfangs Glieder der Evangelischen Kirchengemeinde Neuß. 1904 wurde in der
Cheruskerstraße eine bescheidene Notkirche eingeweiht, die aber schon bald (für
die rd. 4.500 Evangelischen in Oberkassel) zu klein war.
1906 wurden Oberkassel und Heerdt von der Neußer Muttergemeinde gelöst und als
Evangelische Kirchengemeinde Heerdt-Oberkassel selbständig. (1970 wird
Heerdt/Handweiser eine eigenständige Kirchengemeinde)
Baugeschichte
Da die Bürgermeisterei Heerdt den ursprünglich von dem berühmten Städtebauer
Josef Stübben für den evangelischen Kirchbau vorgesehenen nördlichen Teil des
Barbarossaplatzes von einer Bebauung frei halten wollte, begann die Suche nach
einem Alternativgrundstück, das schließlich - aus mehreren Parzellen bestehend
- im Bereich Arnulf-/Quirinstraße erworben werden konnte. Bei der Bauplanung
musste berücksichtigt werden, dass die Bardelebenstraße (an der Nordostseite
der späteren Kirche) ursprünglich weitergeführt werden sollte. Der
Grunderwerb war verbunden mit der Auflage zur Aufschüttung und Befestigung von
Straßen. Die Auferstehungskirche wurde also auf nacktem Acker ohne
unmittelbares urbanes Umfeld, benachbart nur von der damaligen Cecilienschule,
errichtet. Ende 1911 wurde ein öffentlicher Wettbewerb ausgeschrieben. Die
fristgerecht bis zum 1. April 1912 eingegangenen 116 Entwürfe, die den
Verfasser nicht erkennen lassen durften, wurden vom Preisgericht, für das
prominente Mitglieder ( u. a. die Architekten Dr. Ing. Otto March,
Berlin-Charlottenburg und Prof. Friedrich Pützer, Darmstadt) gewonnen worden
waren, beurteilt. Neun Entwürfe gelangten in die Schlussauswahl. Bemerkenswert
ist, dass die beiden bestplatzierten Entwürfe von denselben Architekten (R. W.
Verheyen & J. Stobbe BDA, Düsseldorf) eingereicht worden waren.
Baubeschreibung
Bei der Ausschreibung wurde u. a. bereits zur Vorgabe gemacht, Kirche,
Gemeindehaus und Pfarrhaus als Ensemble zu planen, dem (möglicherweise später)
ein großer Gemeindesaal mit direktem Zugang zugehören sollte. Die Wahl des
Baustils und des Materials wurde den Architekten überlassen. Zu einer Zeit, in
der evangelische und katholische Kirch-Neubauten häufig noch dem „Eisenacher
Regulativ“ bzw. dem “Codex Juris Canonici“ unterlagen und damit im
neo-romanischen bzw. neo-gotischen Stil errichtet werden sollten, war diese
Entscheidungsfreiheit für die Architekten nicht eben selbstverständlich.
Am 11. März 1913 erfolgte der erste Spatenstich und am Himmelfahrtstag, dem 21.
Mai 1914 wurde die Auferstehungskirche geweiht. Glücklicherweise ist diese schöne
und kunsthistorisch bemerkenswerte Baugruppe vom Krieg nicht allzusehr getroffen
worden. Verheyen und Stobbe griffen für die gesamte Baugruppe auf die
traditionsreiche und bewährte „Nieder-rheinische Backsteinarchitektur“ zurück.
Anders als viele Gebäude dieser und späterer Jahrzehnte wurde sie noch nach
handwerklicher Tradition aus Backsteinen gemauert und nicht nur damit
verblendet. Sie stammten aus umliegenden Feldbrandöfen und Ringofenziegeleien.
Durch scharfes Brennen und Sintern wurden die Backsteine sehr hart und verloren
die Porosität, was sie wiederstandsfähig (auch gegen Umwelteinflüsse)
macht. Bewusst wurden auch solche Steine vermauert und aus der Flucht herausgerückt,
die beim Brennen zusammengeschmolzen waren und ihre Form verloren hatten. Im
Zusammenwirken mit der dunklen Verfugung entstehen dadurch bei seitlich
auftretendem Sonnenlicht Schlagschatten, die den Fassaden ein lebhaftes
Farbenspiel und Glanzlichtwirkungen verleihen (besonders gut am achteckigen Turm
zu erkennen). Türen und Fenster werden durch Ettringer Tuffstein gesäumt.
Ebenso sind die Geschossgliederungen des Turmes und die Voluten der Giebel in
diesem Werkstein ausgeführt.
Vom Barbarossaplatz kommend nimmt man als erstes das monumentale, hoch
aufragende Dach der Kirche wahr. Wie das des daneben liegenden, niedrigeren
Gemeindehauses ist es mit grünglasierten Hohlziegeln gedeckt. In alten
Baubeschreibungen liest man, dass früher auch der Turmhelm grün leuchtete, da
er mit einer Kupferabdeckung sowie kleinen Dachgauben versehen war. Die
kupfernen Bauelemente (z. B. auch Regenrinnen, Gesimsabdeckungen usw.) mussten
jedoch noch 1917 kriegsbedingt abgegeben werden. Das Dach der Kirche weist zwei
Reihen mit je vier Rundbogen-Dachhäuschen auf und hat eine Firsthöhe von 27 m.
Der Dachstuhl ist gleichzeitig die Aufhängung für das Tonnengewölbe, das den
Kirchen-Innenraum überspannt.
Über Treppen gelangt man auf einen Vorplatz, der rd. 1,20 m über Straßenniveau
liegt und von Platanen beschirmt wird. Im Nordwesten grenzt daran das
Gemeindehaus mit einem Saal, angeschlossener Küche sowie weiteren Proben– und
Gruppenräumen im Erdgeschoss. In den oberen Etagen befinden sich Wohnungen und
Verwaltungsräume.
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Im rechten Winkel schließt sich die, mit wildem Wein bewachsene Giebelseite des
Hauptzugangs zur Kirche an. Sie ist verziert mit runden Backsteinornamenten und
drei buntverglasten Rundfenstern. Zwei Portale mit geschnitzten Oberlichtern und
eine weitere Holztür führen in die Vorhalle der Kirche. Von hier aus gelangt
man rechts und links über Treppenhaustürme auf die Emporen. Geradeaus führen
zwei Flügeltüren ins Kircheninnere. Die pfeilerlose Saalkirche hat einen
nahezu quadratischen Grundriss (19,50 m in der Breite und 18,50 m + 4,50 m
Altarbereich in der Länge). Eine breite Bankreihe in der Mitte und zwei
schmalere an den Seiten sind auf die Prinzipalstücke Altar, Kanzel und
Taufbecken ausgerichtet. Der mächtige Architekturbogen an der Stirnseite ist
mit einem großen Wandgemälde geschmückt, das Christus als den wiederkehrenden
Weltenherrscher, angebetet von seinen Jüngern, darstellt (und nicht, wie bei
der Namensgebung der Kirche zu erwarten wäre, den auferstandenen Christus). Das
Wandgemälde wurde von Heinrich Rüter (einem Schüler von Eduard von Gebhardt
und Peter Janssen an der Düsseldorfer Kunstakademie) erst 1923 geschaffen und
1955 von Walter Putfarken, der wiederum Schüler von H. Rüter war, restauriert
und in Teilen verändert. Der Altartisch ist freistehend und, wie die
Bankreihen, aus dunklem Eichenholz gefertigt. Von beiden Seiten gehen leicht
geschwungene geschnitzte Brüstungen als Altarschranken aus. Über dem Altar
erhebt sich die Kanzel mit einem geschnitzten Strahlenkreuz an der Vorderseite
vor einer geschwungenen Holztäfelung als Rückwand.
Wie die beiden vorgenannten Prinzipalstücke befindet sich auch das seitlich vom
Altar stehende große Taufbecken auf einer Estrade aus schwarzem Marmor. Es
wurde von Bernhard Förster in Bronze ausgeführt. Als Hochreliefs tragen die
vier Evangelistensymbole (Mensch=Matthäus, Löwe=Markus, Stier=Lukas und
Adler=Johannes) das Taufbecken. Auf einem Knauf des Deckels in Form von Rebenblättern
und Trauben steht die Figur des Täufers.
Der Kirchenraum wird überspannt von einem 21 m hohen Tonnengewölbe mit jeweils
neun Engelfiguren auf beiden Seiten. Der Maler des Altarbildes, Heinrich Rüter
hatte sie bereits zur Einweihung 1914 fertiggestellt. Auf der linken Seite hält
der mittlere Engel ein aufgerichtetes Kreuz als Symbol für das Neue Testament.
Er wird flankiert von zwei Engelfiguren, die weiße Leinentücher - die Grabtücher
Christi - halten. Die anderen Figuren auf dieser Seite halten Botenstäbe mit
dem Kreuz als Christussymbol.
Auf der rechten Gewölbeseite trägt der mittlere Engel eine leuchtende Gloriole
und wird begleitet von zwei Engeln mit den Gesetzestafeln des Alten Testaments.
Die Botenstäbe der übrigen Engelfiguren auf der rechten Seite enden in einem fünfzackigen
Stern. Entgegen anderer Aussagen wurden die Engelfiguren bei der Restauration
durch W. Putfarken (1954) nicht neu gestaltet.
Ungewöhnlich für einen Kirchenraum ist die Eichenholztäfelung, die als Sockel
unter den Emporen verläuft und sich im Altarbereich zu einem leicht konkaven
Bogen hinter der Kanzel aufschwingt. Vorbilder mögen Festsäle in Rathäusern
oder auch großbürgerliche Wohnungen der Gründerzeit und der Jugendstil-Epoche
gewesen sein.
Unterhalb der Emporen befinden sich neun farbige Glas-Innenfenster, die bereits
1914 geplant, aber erst wesentlich später (1938) bei H. Rüter und W. Putfarken
in Auftrag gegeben wurden.
In Kirchen, die von vornherein für evangelische Gottesdienste und Gemeinden
gebaut wurden, stehen Wortverkündigung und Sakrament im Mittelpunkt. Alle
Gottesdienstbesucher sollten einen möglichst ungehinderten Blick auf Altar und
Kanzel haben. Ein typisches Merkmal evangelischer Kirchen sind deshalb (manchmal
auch mehrstöckige) Emporen. Die Empore in der Auferstehungskirche verläuft U-förmig.
Sie wurde in Eisenbeton gegossen, einer damals umwälzend neuen Technik. Die
Chor- und Orgelempore ist tiefer als die Seitenemporen, weil sie über die
Eingangshalle gebaut wurde.
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Die Auferstehungskirche ist von Anbeginn eine „musikalische“ Kirche. Bereits
in der Bauausschreibung ist auf der Empore Platz für rd. 80 Chorsänger/-innen
und natürlich für eine Orgel vorgesehen. So kann bei der Kircheneinweihung
1914 eine Walcker-Orgel mit 39 Registern erklingen. Disposition und Bauweise
(mit stummen Prospektpfeifen als architektonischer Fassade) entsprachen dem
damaligen Zeitgeschmack. Ihre Anordnung mit der Rückseite direkt an der
Wetterseite war für ein Instrument sehr ungünstig. Die Beschädigungen des
Kirchendaches im 2. Weltkrieg taten ein Übriges, so dass die Orgel bald kaum
noch bespielbar war. Für das Nachfolgeinstrument, waren ursprünglich 44
Register vorgesehen . Aus Kostengründen wird schließlich 1962 eine Orgel mit
nur 35 Registern
gebaut. Unzulängliches Material ließ aber schon nach wenigen Jahren bauliche Mängel
auftreten. Die Reduzierung der Registeranzahl, niedriger Winddruck sowie enge
Mensuren hatten überdies zur Folge, dass der Orgelklang nicht tragkräftig und
damit nicht raumfüllend war. Die Auswahl der spielbaren Literatur war zudem
sehr beschränkt. Gutachten verschiedener Sachverständiger sagten übereinstimmend
aus, dass ein Umbau unverhältnismäßig teuer und das Ergebnis zweifelhaft sein
würde. 1984/85 entsteht das Konzept einer Sanierung des Gemeindezentrums und
der Kirche sowie des Neubaus der Orgel.
Erst am Himmelfahrtstag 2004 (90 Jahre nach Einweihung der Auferstehungskirche)
kann die Restauration des Kirchenraumes sowie die Orgeleinweihung festlich
begangen werden. Die neue EUROPA-Orgel „Felix Mendelssohn“ wurde von der
traditionsreichen Orgelbauwerkstatt W. Sauer Frankfurt/Oder (gegr. 1856) als op.
2272 erbaut. Sie verfügt über 65 Register + 5 Nebenregister, verteilt auf 3
Manuale und Pedal. Ihre Disposition
basiert auf den klassischen europäischen Orgelkulturen und berücksichtigt auch
die Wiederentdeckung der Romantik mit ihrem eigenen Klangfundus sowie einige
„experimentelle“ Elemente.
Unter der Kirche befindet sich ein großer Festsaal für etwa 600 Personen,
Garderobe und Wirtschaftsräume. Zur Quirinstraße hin ist ihm ein tiefer
gelegener Hof in Atriumform vorgelagert. Zur Straße hin wird er abgeschirmt
durch eine eingeschossige Wandelhalle. Durch zwei Tore mit schmiedeeisernen
Gittern gelangt man über den Vorhof in den Saal.
An der Nordostecke des Kirchenbauwerks, zwischen dem Seitenflügel der
Wandelhalle und der (früheren) Taufkapelle erhebt sich der asymmetrisch eingefügte
achteckige Kirchturm mit 43 m Höhe. Über dem Uhrengeschoß befindet sich eine
Galerie, die nicht nur einen prachtvollen Rundblick ermöglicht, sondern von der
aus an jedem Heiligen Abend gegen Mitternacht Turmbläser für viele, auf den
Straßen darauf wartende Menschen weihnachtliche Choräle erklingen lassen. Die
drei Glocken sind auf die Töne C „Ich bin die Auferstehung und das Leben“,
Es „Sursum Corda“ (Erhebet eure Herzen) und F „Sola fide“ (Allein durch
den Glauben) gestimmt und bestehen aus Gußstahl, was sie in beiden Weltkriegen
vor dem Einschmelzen zu Kriegszwecken bewahrt hat.
Anschließend an Taufkapelle, Sakristei und einen Verbindungstrakt wurde, dem
Verlauf der projektierten Bardelebenstraße folgend, in etwa einem 35°-Winkel
zur Kirchenrückwand, das Pfarrhaus errichtet. Heute befinden sich in diesem
Haus neben Wohnung und Büro für den Pfarrer/die Pfarrerin auch mehrere andere
Wohnungen. Wie bereits beim Kirchengebäude lassen auch hier viele Details Anklänge
an den späten Jugendstil erkennen.
Quellen:
Friedrich Krause: „Die Evangelische Auferstehungskirche zu Düsseldorf-Oberkassel“
(Semesterarbeit Seminar für Kunstgeschichte)
Ev. Kirchengemeinde D-Oberkassel: „Festschrift 70 Jahre Auferstehungskirche“
1984
Prof. Dr. Ing. Klaus Pfeffer: Artikel in der „Festschrift 75 Jahre
Auferstehungskirche“ 1989
Herausgeber: Rudolf E. Wehrmann, Düsseldorf-Oberkassel
zum „Tag des offenen Denkmals 2005“
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